Category Archives: Wilhelmsburg

Scheiße Parken in der Fährstraße

Aus der Reihe “Scheiße Parken” in der Fährstraße in Wilhelmsburg möchte ich heute diesen fast schon zeitlosen Klassiker der Dummdreistigkeit präsentieren. Irgendein toller Typ parkte seinen SUV Mist so, dass der 13. Bus nicht vorbei kam. Wer vorbei kam, war die Polizei und ein Abschleppwagen! Ich rufe: Viel Spaß in Tiefstack!

Parken in der Fährstraße in Hamburg Wilhelmsburg

Parken in der Fährstraße in Hamburg Wilhelmsburg

Schlagseite im Stellwerk

Wenn die Götter es nett mit einem meinen, dann bieten sie am Samstagabend eine Veranstaltung an, die sowohl beim Eintrittsgeld (3,- Euro oder 6 Maark) als auch beim Entertainment Faktor ganz weit oben sind. So war es am Samstag als Schlagseite, der Wilhelmsburger Dandy und Liedermacher einen Auftritt in der exzellenten Lokation Stellwerk im Harburger Bahnhof hatte. Ich also rein in den Bus und dann in die S-Bahn und schon war man da. Prima, dass das Bier 2,50 kostet. Aber ich kann mir hier die Hände wund schreiben, einen so tolle Reportage wie bei der Wilhelm-ine bekomme ich in tausend Jahren nicht hin.
Aber ich muss ganz ehrlich sagen, dass der Herr Schlagseite richtig gute Lieder zum besten gibt. Ich mag seine melancholische Art und Weise, die er in launische Titel wie “Auch Masshalten muss im Rahmen bleiben” oder “Antiheld” sind irgendwie die Hymnen des kleinen Mannes mit noch weniger Geld, jedoch mit einem Füllhorn voller Ironie und “dem Lachen auch wenn es weh tut” Faktor. Ich finde Schlagsaite super und werde sicherlich zu folgendem Termin erscheinen:

Donnerstag, 03. November: R. J. Schlagseite live in der Deichdiele (Veringstrasse, W.-Burg). Einlass: 09:30h. Beginn: 20:00h.

Ach so. Ein paar Bilder habe ich auch geknipst!

Schlagsaite-nicht-im-bild

Da war er noch nicht da!

Schlagsaite-Stellwerk

Da ging es fast schon los!

Schlagsaite-Wilhelmsburg

Ich finde Schlagseite ist sowas wie der große Bruder von dem Jungen mit der Gitarre, falls den noch jemand kennt. Ich will meer sehn und so.

Kein Stadtrad in Wilhelmsburg?

Das war wohl nichts! So könnte man schnell und vielleicht sogar voreilig urteilen, wenn man feststellt, dass es in nächster Zeit nichts mit dem Ausleihen eines Stadtrades im Wilhelmsburger Reiherstieg Viertel wird. Die angedachte und schon angebrachte Station bei der Shisha Bar Ecke Mannesallee, wo früher der Grieche war, ist abgebaut oder vielmehr im wahrsten Sinne abgesägt worden.

Zwar wurden Gerüchten zufolge einige Beamte der Stadt Hamburg dabei beobachtet, wie sie im Wilhelmsburger Reiherstieg Viertel nach alternativen Standorten gesucht haben – aber es wurde nicht gefunden. Bei der Kirche ein Stück weiter hinten (an der Haspa vorbei) geht es wohl nicht wegen Denkmalschutz. Also, ich hörte davon, dass die Stadtrad Station Wilhelmsburg quasi den Blick blockieren würde.

Dann hörte ich davon, dass es geplant war (oder vielleicht ist), dass die Stadtrad Station Wilhelmsburg auf den Stübenplatz kommt. Da da aber mittwochs und samstags Markt ist, geht das wohl auch nicht.

Und schließlich und endlich ist eine Stadtrad Station Wilhelmsburg auch nicht möglich im Bereich der Mannesallee Höfe, weil es dort die Feuerwehrzufahrt blockieren würde.

Nun frage ich: Wo soll Sie denn hin die Stadtrad Station Wilhelmsburg im Reiherstieg Viertel?

(Das schöne an einem Blog ist ja, dass man mal einfach spekulieren darf!)

Verflucht heiß: Die Konspirativen Küchenkonzerte

Schon gilt der Spruch: „Gehe nicht in die Küche, wenn du die Hitze nicht verträgst!“ und diese Aussage hat gerade bei den Konspirativen Küchenkonzerten ein überwältigende Geltung. Da hat sich doch der Guntah gefreut, als er die Gelegenheit bekam bei einer Aufzeichnung dabei zu sein. Ich war schon einmal dort als sie noch nicht beim ZDF im Programm waren und das war schon ein gelungener Abend. Am Montag, den 22.08. war es dann soweit, ich musste nur eine Straße runter laufen und einmal rechts und einmal links abbiegen. Dann war ich da bei den Konspirativen Küchenkonzerten.

Konspirative Küchenkonzerte - Vor der Sendung mit Kulturprominenz

Konspirative Küchenkonzerte - Vor der Sendung mit Kulturprominenz

 

Obwohl sie mit vielen Sachen richtig verschwenderisch umgehen. Kunst und Kultur und Musik. Essen sowieso, gibt es immer nur ein paar Karten für eine Vorstellung. Ich hatte also eine und konnte teilnehmen. Zwar war die Dame am Eingang nicht gebrieft worden oder vielmehr war mein Namen nicht auf der Gästeliste, aber da ich ja ein Ticket hatte, war ich mit von der Partie. Lustig fand ich ihre Frage woher ich denn käme. „Von dahinten“ sagte ich und deutete in Richtung Veringstraße. Es waren an diesem Abend wohl einige Leute unter den Gästen, die woher kamen und daher war ihre Frage nicht ganz unberechtigt. Nächstes Mal sagte ich einfach, dass ich vom Guide Michelin komme, obwohl die ja eigentlich auch nicht sagen, woher sie kommen. Nun denn.

Konspirative Küchenkonzerte - Der Getränke Bus

Konspirative Küchenkonzerte - Der Getränke Bus

Es gab ein kerniges Bier aus Hamburg und auch Brause aus Hamburg aus einem alten Schulbus, der ein wenig dem Model von Otto Mann (Simpson) ähnelte. Freundliche Menschen bedienten die Gäste und wer sich in der Hamburger Kunstszene auskennt, konnte schnell ein paar vertraute Gesichter erkennen. Beim Warten auf den Beginn der Konspirativen Küchenkonzerte schaute ich mir die illustere Schar an Besuchern an. Viele gutgelaunte Menschen, die viel zu tun hatten. Nicht umsonst herrschte eine hohe Smartphone Dichte.

Dann ging es endlich los und wir wurden in die Küche von  Marco Antonio Reyes Loredo (im Folgenden kurz: Marco – Er möge es mir verzeihen) und seiner Mannschaft gelassen. Enno – eigentlich der stumme Servierer – hielt einigen einführende Worte zu der Veranstaltung des heutigen Abends. Es gab den Kunstprofessor Tobias Rehberger und den Hamburger Musiker Andreas Dorau. Schon vorab: Ein phantastischer heißer Abend auf Bierbänken bei exzellenter Musik von schweißnassen Musikern.

Beim Warten auf den Beginn der Sendung merkte man schnell, dass der Besuch an diesem Abend eine exzellente Herausforderung für das Deo unter den Armen war. Ohne, dass auch nur ein Zutat in den Kochtopf geworfen oder ein Interview geführt wurde, war die gefühlte Temperatur des Publikums bei 50 Grad.

Konspirative Küchenkonzerte - Der Getränke Bus

Konspirative Küchenkonzerte - Der Getränke Bus

Der Abend begann seine Fahrt aufzunehmen mit der exzellenten Performance von Andreas Dorau und seiner Band. (Exzellente Perfomance, wollte ich schon immer einmal schreiben). Es folgte das Küchentischgespräch mit Tobias Rehberger über sein künstlerisches Wirken oder besser Denken in der Küche des Gastgebers. Falls es noch ein paar wenige da draußen gibt, die es nicht wissen: Die Konspirativen Küchenkonzerte finden in der Wohnung von   Marco statt. Also war diese Wohnung von Tobias Rehberger umgewandelt worden in eine Installation mit viel weißer Pappe und bunten Tapebändern, die in Streifen hier und da klebten. Lustig war, dass hinter Andreas Dorau ein Spiegel auf diese Art und Weise verkünstlicht würde und der Musiker zur Kontrolle seiner Frise die Pappe anhob. Sehr zu Belustigung des Publikums.

Marco und der Professor unterhielten sich über dies und das. Das kann ich alles hier gar nicht wiedergeben und will es auch gar nicht, schließlich läuft die Sendung am 23. September um 22 Uhr auf ZDF.kultur. Ich muss andauert an Dieter Thomas Heck denken. Hier ist Berlin. Hier ist das ZDF. Nun denn, vielleicht sollte Marco sowas auch mal machen. Hier ist Wilhelmsburg. Hier ist ZDF.Kultur.

Ich kann nur sagen, dass es sich wieder einmal gelohnt hat bei den phantastischen Gastgebern von den Konspirativen Küchenkonzerten vorbeizuschauen. Ist zwar nur um die Ecke – aber eine Welt entfernt.

Wer jetzt sich alle Sendungen reinziehen möchte, der kann dies unter dieser Sendeabfolge machen. Und auch wenn es öde klingt. Mit GEZ bezahlt. (Ich auch!)

Freitag, 26. August, 22.00 Uhr:
Mit Christoph Faulhaber & Kreisky

Freitag, 2. September, 22.00 Uhr:
Mit Armin Chodzinski & Superpunk

Freitag, 9. September, 22.00 Uhr:
Simon Hehemann und Stefan Vogel & Ensemble Resonanz

Freitag, 23. September, 22.00 Uhr:
mit Tobias Rehberger & Andreas Dorau

 

Für mehr Freiluftkinos in Hinterhöfen!

Der eine oder andere wird es wissen, dass ich nicht so ein großer Fan des Kinos bin. Die Säale und die Sitzreihen sind nicht meine Welt. Es geht mir gegen den Strich in einem Saal ein paar Stunden, im schlimmsten Fall, der sich Thin Red Line (Der schmale Grad) nannte, zu sitzen und zu glotzen. Zwar sind die Sessel angenehm und auch Pop-Korn und Cola mag ich schon. Aber im großen und ganzen bin ich kein Mensch, der die Kinosäale dieser Republik stürmt. Seid froh! So habt ihr mehr Platz.

Ich mag es einfach mal aufzustehen und eine Zigarette zu rauchen. Das kann ich natürlich nicht in einem normalen Kino. Das könnte nämlich für eine gewisse Art von Protest bei einigen Besuchern des Kinos sorgen und im schlimmsten Fall löse ich dann noch die Sprinkleranlage aus. Dann haben wir denn Salat. Alles nass und ich muss noch für die Cineasten bezahlen…

Da bin doch immer sehr erfreut, wenn sich Gelegenheiten bieten, großartige Kinofilme oder gar Klassiker der Filmgeschichte in einem Open-Air bzw. Freiluftkino zu sehen. Ich schreie zwar nicht “Hurra” aber ich habe wohl Bock darauf, da mal hinzugehen. Das habe ich auch gemacht.

In Wilhelmsburg gab es bis zum Ende der 80er Jahre (glaube ich) ein richtiges Kino. Die “Rialto Lichtspiele”. Heute ist nur noch die einsturzgesicherte Fassade erhalten. Drinnen gibt es höchstens noch Mäuse- und Rattenkino.

 

Rialto Lichtspiele Wilhelmsburg

Rialto Lichtspiele in Hamburg Wilhelmsburg

Aber seid einigen Jahren, um genauer zu sein, seit 10 Jahren gibt es in Wilhelmsburg ein paar Kinofreunde, die auch an Menschen wie mich denken. Sie haben sich in einem Verein organisiert, der sich Insel Lichtspiele e.V. nennt. Hier werden Filme im Freien gezeigt. In den letzten Jahren war das Kino im Spreehafen und an vielen schönen Orten der Elbinsel unterwegs, so dass der Besucher nicht nur eine super Film bekam, sondern auch einen Aufführungsort, der nicht alltäglich ist. Fast so wie der “Jederman”, der in der Speicherstadt oder in Salzburg aufgeführt wird. Die Filme und die Leinwand an einem Ort, der vielleicht sogar einmal im Mittelpunkt der Handlung des Filmes stand. Grandios.

2011 finden die Insellichtspiele in Wilhelmsburg beim FC Porto statt. Richtig geraten, es ist auf dem Gelände eines portugiesischen Fußballvereines auf der Elbinsel. Das bedeutet: Das Kino ist um die Ecke und die Aufführung findet im Freien statt. Auch bei schlechtem Wetter oder vielmehr auch bei Regen. Den gab es. Jedoch war er nicht so schlimm, als dass der Kinogenuss abgesoffen wäre.

Die Insellichtspiele in Wilhelmsburg

Die Insellichtspiele in Wilhelmsburg

Wie man auf dem Foto so grade erkennen kann, werden die Filme aus dem Anhänger gezeigt. Ein Hauch von Pioneertum in Sachen mobiles Kino machte sich so breit. Am besten war an diesem Auftaktabend sicherlich, dass der Filmmusiker  und Diplom Chemiker Werner Loll mittels eines elektrischen Klaviers die Musikbegleitung übernommen hat. Der erste Abend am Donnerstag den 18. August 2011 stand ganz im Zeichen von Stummfilmklassikern. Die zeichneten sich dadurch aus, dass sie kurz war, aber auf keinen Fall kurzweilig. Die großen Stars jener Zeit: Charlie Chaplin und Buster Keaton waren zu sehen. Aber auch japanische Filme mit einem ersten Hauch von Farbe in den Filmen. Nachkoloriert wahrscheinlich. An diesem ersten Abend haben wir bei preiswertem Bier und Pommes unter anderem die Filme “Der Einwander” und “Out West” gesehen. Faszinierend ist ohne Zweifel, dass die “Filmmusik” von Werner Loll eine Interpretation von ihm war. Oftmals sind die originalen Partituren verloren gegangen. Ebenfalls neu für mich war, dass die Filme eigentlich nur mit 16 Bildern pro Minute gemacht worden sind. Schließlich musste in der Anfangszeit des Kino des Filmvorführer noch ordentlich kurbeln, damit die Bilder laufen lernen. Heute werden die Filme mittels Maschine abgespielt und so kommt es zu den witzigen Szenen mit Slapstick Charakter, weil das Laufen der Protangonisten schnell clownesk wirkt.

Werner Loll bei den Wilhelmsburger Insellichtspielen 2011

Werner Loll bei den Wilhelmsburger Insellichtspielen 2011

Am Freitag stand dann ein unvergesslicher Klassiker und vielleicht auch einer der allergrößte Filme der Welt auf dem Programm. “Panzerkreuzer Potemkin” auf dem Spielplan. Es wurde wieder ein spannender Abend bei Zigaretten, Bier und Rotwein im Freien. Der Film – auch wieder exzellent begleitet von Werner Loll, ist sehr sehenswert. Der Aufstand der Matrosen des Panzerkreuzers gegen die “Mächtigen” oder vielmehr die Führungselite auf dem Mikrokosmos Panzerkreuzer war schon sehr stellvertretend für Rebellion und Aufstände im zaritischen Russland. Der Film selbst hat viele, viele Kontroversen ausgelöst. Propagandha Film oder nicht. Mir ist es egal. Eine Schlüsselszene ist für meinen Geschmack als der Schiffsarzt sich das mit Maden durchsetzte Fleisch für die Matrosen anssieht und sagt, dass es keine Maden wären, sondern nur ein wenig Dreck oder so. Von Filmschnitt und so habe ich leider zu wenig Ahnung, sodass ich nicht beurteilen kann, wie wichtig dieser Film für die Entwicklung des Genres war. Aber es war sehenswert und das reicht mir völlig.

Wer möchte kann noch bis zum 28. August auf die Elbinsel nach Wilhelmsburg kommen und jeden Abend ab 21.30 Uhr im Freien bei kühlen Getränken weitere spannende Filme sehen. Eine Übersicht gibt es an dieser Stelle.

Wilhelmsburg räumt aus

Ich wohne gerne hier. Hier passiert was. Und zwar einiges. Es gibt kaum einen Tag an dem in Wilhelmsburg nichts passiert. Kurzum: Hier ist was los. Anscheinend findet immer am Ende eines Monats die Aktion “Wilhelmsburg räumt aus” statt. Im folgenden einige Bilder aus Wilhelmsburg, die ich augenscheinlich am Ende der Aktion heute fotografieren konnte:

Wilhelmsburg räumt aus - Hier in der Weimarer Straße

Wilhelmsburg räumt aus - Hier in der Weimarer Straße

 

Wilhelmsburg räumt aus und dekoriert den Straßenrand

Wilhelmsburg räumt aus und dekoriert den Straßenrand

An diesen Bilder lässt sich leicht erkennen, dass die Aktion “Wilhelmsburg räumt aus!” ein ziemlicher Erfolg war. Mit Sicherheit sind so einige Kubikmeter Sperrmüll zusammengekommen. Glückwunsch dazu.
Es bleibt nun noch zu hoffen, dass es die Tage die Aktion “Wilhelmsburg räumt AUF!” stattfinden wird. Das wird sicherlich mit handgreiflicher Unterstützung der Stadtreinigung auch ein ebenso grandioser Erfolg werden.

10 Songs für Wilhelmsburg und die Veddel

Wenn man auf der Elbinsel wohnt, da lernt man schon so einiges. Es gibt vor allem viel zu entdecken. Gerade in solchen Bezirken. Immer gut ist natürlich, wenn der Spazierende durch und über die Elbinsel ein paar gute Songs dabei hat.

  • I’m your Pusher von ICE – T.
  • F**k da Police – NWA
  • Message in a Bottle – The Police
  • Hamburger Veermaster in der Variante von Hannes Wader
  • Break on through – The Doors
  • Wir sind viele – Tocotronic
  • Aber anderseits – Die Sterne
  • Rome wasn’t built on a day – The Jeremy Day
  • Theme form Bob the Builder (Bob der Baumeister) “Ja! Wir schaffen das!”
  • In einer Sternennacht am Hafen von Hans Albers

 

Als Rocko Schamoni mir aus der Seele sprach

Der Teil des Studio Brauns, der mir eigentlich schon immer am sympathischten war, ist der Herr Schamoni. Ich konnte ihn mal in der Provinz während einer Lesung erleben und ich muss noch heute den Hut vor ihm ziehen, als er sein Backstage Bier mit den Besuchern teilte. Jetzt wohne ich in der gleichen Stadt, vielleicht auf der falsche Seite der Elbe, wenn ich seinem Mitstreiter Strunk glauben würde und lese solche netten Zeilen in einem Interview in der TAZ:

Wegen der fehlenden Möglichkeiten auf dem Land, dem Mangel an Flexibiliät?

Das Land hat schon etwas Totes – auch was schönes Totes an sich, aber speziell im Norden ist das Landleben in den letzten 20 Jahren fast gänzlich weggestorben. In den 70er Jahren gab es noch Hippie-Kommunen und schrottige Theken, wo sich irgendwelche Freaks getroffen haben. Das gibts alles nicht mehr. Die Gasthöfe bei mir aus der Gegend sind zu 80 Prozent geschlossen worden, da leben jetzt irgendwelche Arztehepaare aus Hamburg drin. Die meisten Leute sitzen zu Hause und gucken Fernsehen oder sind im Internet.

Wahre Worte – soweit diese für mich Gültigkeit besitzen. Ich mochte früher mal das Land, die landschaftliche Weite und auch den Korn zwischendurch. Heute mag ich nur noch die Erinnerung daran. Heute fahre ich auf dem Hinweg über die Elbe und vorbei an solchen Dingen wie die Elbphilharmonie oder das SPIEGEL Gebäude. Auf dem Rückweg komme ich da auch vorbei, sehe aber in die Augen von Menschen, die schon lange keine Träume oder nur noch den Hauch von Erinnerungen haben. Das mag ich an der Großstadt. Hier steht nichts still – ganz im Gegenteil. Es ist laut. Die Grillen sind plattgetreten – dafür gibt es zwei Straßen weiter eine Kneipe, die auch am Dienstag auf und ein paar nette Leutchen zu bieten hat. Es gibt einen Schlachter um die Ecke, der famose Empfehlungen zum Thema Rindfleisch bietet und gegenüber, da ist ein Fischladen, in dem die Remoulade selbst gemacht wird und der Bremer auch. Der ganze Gaumenspaß ist preiswert. Ein Vorteil auf der falsche Seite der Elbe zu wohnen. Ein großer in der manchmal doch recht kleingeistigen großen Stadt.

Ein netter Blick von meinem Balkon!

Hamburg Wilhelmsburg Fährstrasse

Hamburg Wilhelmsburg Fährstrasse