Kategorie-Archiv: Lesen

Gott sei Dank ist die Welt verrückt

Ich gebe ja zu: Ich esse gerne. Derbe Sachen wie stundenlang gegrillte Schweine oder ein paar lockere Bratwürstchen auf den Grill geworfen. Aber nicht nur sommerliche Kalorienbomben vom Grill haben es mir angetan, sondern auch eine ganze Reihe von Gemüseleckereien.

Mittlerweile bin ich sogar schon so weit, dass ich mir das Gemüse bei einem Biohof kaufe und fein nach Hause liefern lassen. So mache ich mich auf, gerade in letzter Zeit,  Dinge wie Mairübchen, Petersilienwurzeln oder ähnliches zu verspeisen. Das macht Spaß und  auf den Tisch kommt nicht nur Fleisch und Sättigungsbeilage, sondern auch ein bisschen was für den Zusammenhalt von Körper und Seele. Man könnte fast meinen, ich lebe manchmal wie Gott in Frankreich. Ja, die Franzosen konnten früher mal Fußball spielen und eigentlich heute noch immer was Gutes in die Pfannen und Töpfe zaubern. Allerdings scheint es mit der Liebe zu gutem Essen auch ein wenig zu weit zu gehen, wie sonst soll ich mir diese Überschrift erklären:

Frankreich

Mann aß Lunge eines Mithäftlings: 50 Jahre Gefängnis

(Abendblatt: Hier der ganze unappetitliche Rest)

Nun ja. Die spinnen die Franzosen aber anscheinend hat er es ja irgendwie im Namen der  Liebe gemacht. Er wollte gerne beachtet werden. Davon haben wir jedoch in unseren heimischen Gefilden auch eine ganze Menge. Damit nicht immer einzelne Namen genannt werden müssen, existiert der Verallgemeinerungsbegriff: Politiker und gerade einer davon hat es mir in der letzten Zeit doch irgendwie angetan. Erst labbert er, als ob er für Thilo Sarrazin die Reden schreibt und dann geht dem RA aus Bonn auch noch sein Lieblingsthema “Steuersenkung” flöten.

Der Guido, der wahrscheinlich gerade sein eben noch eingemottetes Guidomobil wieder fit macht, um den Gaza Streifen mit einer Lebensmittellieferung zu beglücken, den meine ich. Seine Partei oder vielmehr das, was er von ihr übergelassen hat, gehen so langsam die Wähler aus. Kein Wunder, Guido! möchte ich ihm da zurufen. Schließlich sollten großen Worten auch die entsprechenden Taten folgen. Gerne zitiere ich an dieser Stelle Rio Reiser: Ich höre große Worte, aber ich weiß da ist eine Bombe in der Torte. Ja. Guido. Das schöne ist doch, dass die nächste Wahl dich weg von der Macht führen wird. Wenn dich deine Partei nicht schon früher absägt. Letztens hörte ich eine Song, der schon vor Jahren geschrieben worden ist, aber in der Tradition von Nostradamos schon dein Ende vorwegnahm. Es ist kein anderer Song als “Was hat dich bloß so ruiniert?” von den Sternen. Ja, Frank Spilker ahnte das liberale Unheil schon, als wir noch dachten, dass der Schröder Gerd ein SPD Mann ist. Danke Frank!

Übrigens: Gibt es eine Möglichkeit die Einreise von Dirk Niebel auch bei uns zu verhindern?

Guntahs Sonntagserlebnisse

>Von Hunden, Kindern, Sprichwörtern und anderem Gedöns

Der Sonntag. Eigentlich die Nummer Eins Adresse für jeden, der es gerne gemütlich mag. Und da das Hamburger Wetter einem im Moment jedenfalls die Entscheidung abnimmt, ob man vor die Tür geht oder im Bett bleibt, war es schon erstaunlich, dass ich mich vor die Tür getraut habe. Der erste Gang an diesem Tag führte nicht in die Kirche, sondern in das Kinderbuchhaus in Altona. Das  Kinderbuchhaus ist ein netter Ort für Kinder und Erwachsene und gerade an diesem Sonntag war eine Veranstaltung, die den treffenden Titel “Der bildschöne Sonntag” trug.  An diesem Tag wurde dort über deutsche Sprichwörter geredet und gemalt. Zu Gast waren die Illustratorin Marei Schweitzer und der Autor Rolf-Bernard Essig, die ihr Buch “Da wird doch der Hund in der Pfanne verrückt” vorstellten.

Rolf-Bernand Essig und Marei Schweitzer im Kinderbuchhaus Altona

Rolf-Bernand Essig und Marei Schweitzer im Kinderbuchhaus Altona

Wer schon immer einmal wissen wollte, wo eigentlich Sprüche wie “Da wird doch der Hund in der Pfanne verrückt” oder “Schwein gehabt” herkommt, der wurde an diesem Tag sehr lustig, amüsant und kindgerecht informiert. Mit viel Liebe erklärten Essig und Schweitzer die Urprünge einiger Sprichworte. Damit das ganze jedoch nicht so bierernst passierte, wurden neue Sprichwörter gemeinsam mit den Kindern ausgedacht und von Marei Schweizter gekonnt in Zeichnungen umgesetzt. Es hatte ein wenig was von den Monatsmalern, falls das noch jemand kennt.

Im Anschluss an die Veranstaltung gab es dann noch die Möglichkeit sich ein Buch signieren lassen. Und genauso liebevoll wie der Vormittag von Marei Schweitzer und Rolf-Bernard Essig gestaltet wurde, waren auch die Signaturen:

Signatur von Marei Schweitzer

Signatur von Marei Schweitzer

Rolf Bernard Essig Signatur

Rolf Bernard Essig Signatur

Dann war auch der schönste oder besser bildschöne Sonntag vorbei. Ach ja, das Buch, welches die beiden vorgestellt haben:

Rolf-Bernard Essig Das wird doch der Hund in der Pfanne verrückt

Rolf-Bernard Essig "Das wird doch der Hund in der Pfanne verrückt"

Da nach diesem Kunstgenuss noch ein kleiner Gang durch das Altonaer Museum angesagt war, wurden die grauen Zellen noch mit netten Ansichten von alten Bauernkaten gefüllt. Im Anschluss daran konnte auch ich es mir nicht nehmen lassen Richtung Alster aufzubrechen. Dabei sah ich diesen Hund:

Komische Hundemode in Altona

Komische Hundemode in Altona

Dann stieg ich in einen Bus, der sooooooooooooooooooooooo voll war, dass meine Mutti ihre Anekdoten zum Krieg hier hätte loswerden können. Also dann rauf auf die Alster. So sah es dort am Sonntag aus:

Alster Hamburg 2010 im Januar

Alster Hamburg 2010 im Januar

Dann nach einem kurzen Zwischenstopp beim einem Restaurant mit einer ausgewählten Fleischangebotspalette ging es nach Hause zum Mittagsschlaf. Obwohl es schon halb fünf war.

Alles in allem ein super gelungener Sonntag, den ich  zur Nachahmung empfehlen kann. Das Buch kann ich übrigens zum Verschenken empfehlen.

Früh übt sich

Auch zu Weihnachten macht die Kokain-Mafia nicht davor halt sich neue Zielgruppen zu erschließen. Gerade, wenn der Vati die Nase voll hat (muaah. 1A Kalauer) und die Mutti mal wieder heulend vor Wut in der Ecke sitzt, gibt es Weihnachtsgeschenke, die mit ein bisschen Augenzwingern zu betrachten sind.

Zwar ist der Titel ein wenig merkwürdig aber naja – das Keyword kommt drin vor.

Gutes Kinderhörspiel

Gutes Kinderhörspiel

Verständlich, dass die Nasen der Drachen da rauchen!

Mein Lieblingswort Juli 2009: Assoziationsechoräume

Verrückt was die deutsche Sprache da zu gebierd. Eine super Geburt der deutschen Sprache fand ich bei Stefan Niggemeier und ich habe spontan beschlossen, dass das Wort für mich das Lieblingswort Juli 2009 wird:

Assoziationsechoräume

Leider habe ich überhaupt gar keine Ahnung was das bedeuten soll. Aber ich finde es spannend und es klingt irgendwie als ob es von Intellektuellen in einem Pariser Cafe gesagt worden ist.

Bei Scrabble gibt es immerhin  35 Punkte dafür. Richtig gelegt (Doppelt und so) kann das schon den Sieg bedeuten! (Wahrscheinlich habe ich mich aber verrechnet).

John Niven – Ein Mann, ein Buch

John Niven, dessen Buch ich hier schon mal empfohlen habe, hat dem Intro Musikmagazin ein Interview gegeben. Es ist zwar schon ein bisschen her (14. April) aber ich habe es noch mal ausgegraben.

Hier mal ein Auszug:

Aber warum ist in Ihrem Buch Stelfox’ Besessenheit von Pornografie und Prostitution so überpräsent?
Überall, wo man vom Ruhm geblendete junge Menschen, machthungrige Alphamännchen und viel Kokain findet, entsteht ein verstärktes Interesse an sexuellen Extremen. Das trifft auf Hollywood zu – und auch auf die Musikindustrie. (Quelle: Intro)

Verbales Koks für Leseratten

Ich habe mir ein schönes Buch gekauft und lese es nun. Und ja es ist nicht Charlotte Roche “Feuchtgebiete” – nein – es ist John Niven “Kill your friends!” aus dem Heyne Verlag. Ein grandioses Feuerwerk mit einem unsympathischen Hauptakteur, der Drogen nimmt und – ich bin neidisch – bei einer Plattenfirma als A&R Manager arbeitet! Es ist so rasant wie eine Achterbahnfahrt mit 50 Bier intus. Da wird einem schon mal schlecht. Das Buch eignet sich für folgende Menschen:

  • Geschenk zum Geburtstag “Kill your friends” klingt doch da prima!
  • Liebhaber britischer Musik (90er Jahre)
  • Anhänger von Drogenliteratur, die das Beschriebene mit eigenen Erlebnissen vergleichen können
  • Provinzlern, die durch die Lektüre merken, dass sie da weg müssen, wenn sie soetwas erleben möchten.

Hier noch mal die Daten:

John Niven “Kill your friends!” Heyne Verlag. John NIven