Schon gilt der Spruch: „Gehe nicht in die Küche, wenn du die Hitze nicht verträgst!“ und diese Aussage hat gerade bei den Konspirativen Küchenkonzerten ein überwältigende Geltung. Da hat sich doch der Guntah gefreut, als er die Gelegenheit bekam bei einer Aufzeichnung dabei zu sein. Ich war schon einmal dort als sie noch nicht beim ZDF im Programm waren und das war schon ein gelungener Abend. Am Montag, den 22.08. war es dann soweit, ich musste nur eine Straße runter laufen und einmal rechts und einmal links abbiegen. Dann war ich da bei den Konspirativen Küchenkonzerten.

Konspirative Küchenkonzerte - Vor der Sendung mit Kulturprominenz
Obwohl sie mit vielen Sachen richtig verschwenderisch umgehen. Kunst und Kultur und Musik. Essen sowieso, gibt es immer nur ein paar Karten für eine Vorstellung. Ich hatte also eine und konnte teilnehmen. Zwar war die Dame am Eingang nicht gebrieft worden oder vielmehr war mein Namen nicht auf der Gästeliste, aber da ich ja ein Ticket hatte, war ich mit von der Partie. Lustig fand ich ihre Frage woher ich denn käme. „Von dahinten“ sagte ich und deutete in Richtung Veringstraße. Es waren an diesem Abend wohl einige Leute unter den Gästen, die woher kamen und daher war ihre Frage nicht ganz unberechtigt. Nächstes Mal sagte ich einfach, dass ich vom Guide Michelin komme, obwohl die ja eigentlich auch nicht sagen, woher sie kommen. Nun denn.

Konspirative Küchenkonzerte - Der Getränke Bus
Es gab ein kerniges Bier aus Hamburg und auch Brause aus Hamburg aus einem alten Schulbus, der ein wenig dem Model von Otto Mann (Simpson) ähnelte. Freundliche Menschen bedienten die Gäste und wer sich in der Hamburger Kunstszene auskennt, konnte schnell ein paar vertraute Gesichter erkennen. Beim Warten auf den Beginn der Konspirativen Küchenkonzerte schaute ich mir die illustere Schar an Besuchern an. Viele gutgelaunte Menschen, die viel zu tun hatten. Nicht umsonst herrschte eine hohe Smartphone Dichte.
Dann ging es endlich los und wir wurden in die Küche von Marco Antonio Reyes Loredo (im Folgenden kurz: Marco – Er möge es mir verzeihen) und seiner Mannschaft gelassen. Enno – eigentlich der stumme Servierer – hielt einigen einführende Worte zu der Veranstaltung des heutigen Abends. Es gab den Kunstprofessor Tobias Rehberger und den Hamburger Musiker Andreas Dorau. Schon vorab: Ein phantastischer heißer Abend auf Bierbänken bei exzellenter Musik von schweißnassen Musikern.
Beim Warten auf den Beginn der Sendung merkte man schnell, dass der Besuch an diesem Abend eine exzellente Herausforderung für das Deo unter den Armen war. Ohne, dass auch nur ein Zutat in den Kochtopf geworfen oder ein Interview geführt wurde, war die gefühlte Temperatur des Publikums bei 50 Grad.

Konspirative Küchenkonzerte - Der Getränke Bus
Der Abend begann seine Fahrt aufzunehmen mit der exzellenten Performance von Andreas Dorau und seiner Band. (Exzellente Perfomance, wollte ich schon immer einmal schreiben). Es folgte das Küchentischgespräch mit Tobias Rehberger über sein künstlerisches Wirken oder besser Denken in der Küche des Gastgebers. Falls es noch ein paar wenige da draußen gibt, die es nicht wissen: Die Konspirativen Küchenkonzerte finden in der Wohnung von Marco statt. Also war diese Wohnung von Tobias Rehberger umgewandelt worden in eine Installation mit viel weißer Pappe und bunten Tapebändern, die in Streifen hier und da klebten. Lustig war, dass hinter Andreas Dorau ein Spiegel auf diese Art und Weise verkünstlicht würde und der Musiker zur Kontrolle seiner Frise die Pappe anhob. Sehr zu Belustigung des Publikums.
Marco und der Professor unterhielten sich über dies und das. Das kann ich alles hier gar nicht wiedergeben und will es auch gar nicht, schließlich läuft die Sendung am 23. September um 22 Uhr auf ZDF.kultur. Ich muss andauert an Dieter Thomas Heck denken. Hier ist Berlin. Hier ist das ZDF. Nun denn, vielleicht sollte Marco sowas auch mal machen. Hier ist Wilhelmsburg. Hier ist ZDF.Kultur.
Ich kann nur sagen, dass es sich wieder einmal gelohnt hat bei den phantastischen Gastgebern von den Konspirativen Küchenkonzerten vorbeizuschauen. Ist zwar nur um die Ecke – aber eine Welt entfernt.
Wer jetzt sich alle Sendungen reinziehen möchte, der kann dies unter dieser Sendeabfolge machen. Und auch wenn es öde klingt. Mit GEZ bezahlt. (Ich auch!)
Freitag, 26. August, 22.00 Uhr:
Mit Christoph Faulhaber & Kreisky
Freitag, 2. September, 22.00 Uhr:
Mit Armin Chodzinski & Superpunk
Freitag, 9. September, 22.00 Uhr:
Simon Hehemann und Stefan Vogel & Ensemble Resonanz
Freitag, 23. September, 22.00 Uhr:
mit Tobias Rehberger & Andreas Dorau
