Guntah auf dem Land. Und damit er sich da raus traut, braucht es schon einen richtigen Köder. Den gab es und nicht zu knapp. Ein schönes Spanferkel, welches in meinen Augen eher die Ausmaße einer Sau hatte. Allerdings gilt natürlich bei einem solchen Schmaus: Je mehr – je größer – je besser. Als das Spanferkel kam, war ich ersteinmal richtig platt. Eine riesige Sau ohne Beine aber mit Kopf, die in Plastikfolie schon schön eingespannt auf einen Grill gespannt war. Schnell wurde dann das Plasik entfernt und eine Schubkarrenladung Grillkohle wurde nett und fein unter der Sau drapiert. Ein kleiner Motor sollte im späteren Verlauf dafür sorgen, dass das Schweinchen sich dreht, um auch von allen Seiten knusprig und lecker zu werden.

Guntah Spanferkel Ich dreh durch - Das Schwein auch
Natürlich lässt sich dem Spanferkel nicht Einheizen, wenn blosse und profane Grillanzünder am Werk sind. Aus diesem Grund wurde ein Gasbrenner angeworfen und los ging es damit die Kohle zum Glühen zu bringen. Ferner wurde die Sau angeröstet und die letzten Borsten fielen dem Feuer zum Opfer. Es roch schon jetzt sehr lecker, so dass sich der Mund mit Sabber fühlte.

Guntah - Spanferkel Mo'Fire Mo'Fire
Leider braucht ein Spanferkel richtig lange, um gar zu werden. Ein paar Stunden Zeit sollte man schon mitbringen. Während der Wartezeit auf diese brachiale Köstlichkeit sollte sich der Gourment darauf einstellen, dass es super, super köstlich riecht. Es ist ein ideale Kombination aus Feuer, Geruch und Vorfreude, die ein wenig an das Gefühl aus Kinderzeiten zu Weihnachten erinnert. Das Geschenk sieht und riecht der Wartende allerdings schon die ganze Zeit.
Nach vier Stunden oder mehr war es dann soweit. Die Sau war gegrillt und knusprig und bereit verschlungen zu werden. Lecker!

Guntah Spanferkel fertig

Mit halben Schweinen im Bauch und der Gewissheit, dass ein Slibovic den Magen wärmt und die Geschmacksnerven auf Trapp hält, gehe ich mit meinem Bruder zurück. Es sind nur ein paar Minuten. Die reichen allerdings aus um Erinnerungen an Zeitungstouren, Platzwunden meines Vaters, Partynächte bei J.B. oder Straßenfußballturnieren in mir hervorzurufen. In der Straße, in der früher ich wohnte und nun mein Bruder mit seiner Famlie sind viele Gärten erneuert worden. Verschwunden sind die Holzzäune, die einmal im Jahr in fast kollektiver Arbeit mit Alt-Öl getrichen worden sind. Im Dickicht der Erinnerungen denke ich an Hochzeiten, neue oder silberne, die mit einem Umtrung gefeiert worden sind. Ich sehe neue Namensschildern an Häuser, die früher meinen Nachbarn gehört haben. Heute wohnen diese Nachbarn wieder in der Nähe meiner Eltern. In der Ewigkeit zur Nachbarschaft verbunden. Ein mutiger Spaß des Schicksals.
Zuhause frönt mein Bruder seinen Mittagsschlaf. Ich spiele mit dem Jungen. Nur kurz. Ein Nintendo ist doch interessanter.
Ich schaue Fernsehen. Drussel ein wenig weg. Katzen stören meine Reise ins Schlafland. Ich setze mich auf die Terrasse. Ein wenig Luft bei keinem Lärm tut ungemein gut. Ruhe ist das einzige Pfund mit dem die Provinz wuchern kann. Während der kleine rumdaddelt und mich ein wenig an meine Zeit mit dem C64 erinnert, surfe ich ein wenig herum. Da das Netzwerkkabel nicht reicht, muss ich mir wohl ein Neues besorgen. Ich frage meinen Bruder, der seinen Mittagsschlaf beendet hat, doch er hat auch keines mehr. Seinen Rechner will ich nicht benutzen. Der steht im Keller und das ist mir zu dröge. Der Kleine hat Bock auf den Spielplatz. Wir holen sein Kettcar raus und für uns ein paar Fahrräder. Auf geht es zum Spielplatz, der früher einmal eine BMX Bahn war, bis diese Platz machen musste für ein Asylantenheim. Der kleine Rest der Bahn wurde in einen Kinderspielplatz umgewandelt. Ich lasse die beiden zurück und fahre mit dem Rad rum.
Ich denke, dass es Zeit ist mal wieder am Grab meiner Eltern vorbeizuschauen. Ich habe keine Ahnung wann ich das letzte Mal da war. Eines der wenigen Dinge an die ich mich erinnere ist die Textzeile “Emotional Landscape” (Björk) als ich den Friedhof betrete. Sie haben viel geändert hier. Viele alte Bäume sind gefallen. Die freien Plätze sind begrünt worden. Es sieht fast angenehm aus. Der Weg zum Grab meiner Eltern ist wie ein alter Bekannter, den man zwar lange nicht mehr gesehen hat aber man weiß bescheid, wo die Richtigung lang geht. Zwei mal geradeaus, zwei mal links.
[/caption]
Es ist immer wiede rein Moment, in dem der Begriff Sprachlosigkeit seine volle Wirkung entfaltet. Ratlos mit viel Wut. Immer, wenn ich hier stehe, sehe ich diesen Stein als Endstationschild für meinen Lebensabschnitt in Lingen. Ich habe zwar noch einige Zeit dort gelebt. Aber das Leben in Lingen war mit der Erichtung des Steines begraben. Aus und vorbei. Ein unabänderlicher Fakt, der schon solche Mächtigkeit braucht, um es sich klarzumachen. Gerade der Moment der Beerdigung meine Mutter war ein schweres Brett. Das Bild, welches sich abspielte, war erniedrigen. Mein Vater starb am 2. Oktober und meine Mutter am 12.Oktober. Während also mein Mutter im Sterben lag, wurde mein Vater beerdigt. Während meine Mutter beerdigt wurde, war das Grab von meinem Vater noch in voller “Blüte”. Ich glaube ich werde meinen Lebentag niemals die Szene vergessen, als wir mit dem Sarg meiner Mutter um die Ecke bogen und ich das erste was ich sah, waren die Kränze und Blumen auf dem Grab meines Vater. Genau neben ihm war der Platz bereitet für die sterblichen Überreste meiner Mutter, die wir Schritt für Schritt dahinfuhren. Es herrschte ein Stille, die ich nie wieder im meinem Leben so erfunden habe, als der Sarg abgesenkt wurde. Emotionen können schwer sein. Sehr schwer.
Ich verließ den Friedhof bald. Nicht ohne am Grab meiner Oma noch ein kleines Gebet dazulassen.

Tags: björk, eisenach, friedhof, grabmahl, guntah, sterben, tot
Posted in ich, Verrückte Welt |
|
Es ist schon irgendwie lustig merkwürdig. In Frankreich zum Beispiel zünden die Arbeitnehmer ihre Fabriken an oder verprügeln ihre Manager. In Deutschland gibt es eher reservierten Protest in Form von beleidigten Leberwürsten, die ihre Banken verklagen. Wir duellieren uns halt gerne vor den Gerichten.
Der Felix ist ja in Südkorea und hat ein schönes Beispiel für den Protest auf Koreansich gefunden. Danke dafür! Hier der LINK.

Tags: arbeitnehmer, deutschland, frankreich, korea, protest
Posted in Internet, Politik und Medien, Verrückte Welt |
|
und in der Provinz “Sachbeschädigung”. Ach ja. Ich mag Streetart. Schön. Kreativ und Ideenreich. Leider ist diese Anschicht in der Provinz nicht so verbreitet. Dort heißt es Sachbeschädigung.
Hier der Artikel der Tagespest und hier die Polizei Meldung.

Streetart in Lingen (Foto: Polizei Lingen)
Sehr gut, dass die Emsländische Polizei auch nebenbei als Kunstexperten tätig ist. Schließlich zeugen solche Überschriften wie “Angebliche Kunst stellt Sachbeschädigung dar” davon, dass die Beamten sich nicht nur mit dem Strafrecht, sondern auch mit der Beurteilung von Kunst auskennen.

Tags: kunstkritik, lingen, lingener tagespost, polizei-emsland, sachbeschädigung, streetart
Posted in ich, Politik und Medien, Verrückte Welt |
|
Bin gerade zurück von der Vorstellung der Dorfpunks. Waren da eigentlich immer Wikinger unterwegs? Nun denn. Das Stück sollte ja eigentlich hinlänglich bekannt sein. Viel wichtiger ist der Gossip, den ich aus der Kantine der Bühne mitbringe!
Rocko Schamoni hat ein iPhone.
Horst Heinz Strunk ist Martin auf den Fuß getreten, er hat sich sehr höflich entschuldigt.
Ich habe dem Hauptdarsteller die Hand geschüttelt.
Darauf habt ihr doch gewartet, oder?

Tags: dorfpunks, iphone, schamoni, strunk
Posted in Guntah Hamburg, ich, Lachen, Verrückte Welt |
|
Eine so nette und schöne Stadt wie Hamburg bietet den Grillfans etwas ganz besonderes. Grillen im Hafen. Am besten ist es, wenn jemand aus dem Bekanntkreis Geburtstag hat und gleichzeitig Besitzer eines größeren Schiffes, so dass das Grillen quasi auf Wasserhöhe stattfinden kann. Heute war dies der Fall und bevor der Grillspaß begonnen werden konnte, mussten wir erst die Anreise bewältigen. Obwohl die Verkehrsanbindung auf der Veddel eigentlich ganz gut ist (5 – 7 Min. zum HBF), sind manche Bereiche der Stadt jedoch nicht so leicht zu erreichen. So musste die Geburtstagsgesellschaft erst mit der S-Bahn nach Wilhelmsburg und von dort mit dem 151er in Richtung Zoll Waltershof. Das klingt sehr öde, ist es aber gar nicht, da der Bus über die Köhlbrandbrücke fährt. Super Aussicht auf den Hafen! Dann Waltershof beim Zoll raus und mit Sack und Pack zum Schiff. Nen Traum. Dafür wäre ich auch mit dem Penny Einkaufswagen nach Bergedorf gefahren, hätte dort ein solcher Platz am Wasser auf mich gewartet.
Damit unser Bild vom Hafen auch richtig rund wird, haben wir das kleine aber sympathische Boot von Helmut angeworfen und sind in den Hafen gefahren.

Guntah Hamburger Hafen
Das machte schon Laune, den Hafen mal “Mitten drin – statt nur dabei” zu erleben. Inklusive nass werden. Unser “Kapitän” und Geburtstagskind Helmut hat seine Sache exzellent gemacht. Wir fuhren einmal hin und einmal zurück und schafften es sogar während der Fahrt eine zu rauchen.

Kapitän Helmut Guntah Hamburger Hafen
Schließlich und endlich endete unsere Runde und der Grill wartet auf uns. Wir grillen aber nicht nur Fleisch von toten Tieren, nein! Wir warfen in heldenhafter Manier auch uns selbst auf den Grill und trugen mit viel Freunde einen schönen roten Sonnenbrand davon!

Guntah Hafen Hamburg

Tags: Add new tag, bilder, grillen, guntah-im-hafen, hafen, hamburg, helmut, sonntag
Posted in ich, Verrückte Welt |
|
Michael ist gestorben. Mensch, der hat mich fast mein ganzes Leben begleitet. Ich kann Geschichten erzählen, die mit Michael zusammenhängen. Parties – na klar. Oder auch einfach nur so seine Mukke hören. Das war schon einer, der irgendwie immer ein Mysterium war. Seine Musik war sauber produziert und wegweisend. Während die Person Michael Jackson eher das genaue Gegenteil war. Ein scheues Reh, welches wie ein Chamälion andauert an einer selbsterdachten Umwelt versuchte sich anzupassen und scheiterte. Vor allem und leider mit zu vielen OPs, die wohl zu Schmerzen und damit zum mutmasslichen Ende eine Legende geführt haben. Ich habe eigentlich seine Eskapaden immer nur am Rande wahrgenommen. Hier gelesen – gesehen und da – zack – vergessen. Ja. Er hat sich operiert. Er hat dies und das vielleicht und mit Sicherheit gemacht. Eines ist aber sicher und ich bin der Meinung, dass das für viele gilt, seine Musik wird einfach unvergessen sein und bleiben. Wenn ich beim Jürgen auf dem 60zigsten Platten auflege und es erschallen die ersten Takte von Billy Jean. Ja. Dann weiß man wie man unsterblich wird. Dann ist für mich Unsterblichkeit ein Song von Michael Jackson.
[youtube]http://www.youtube.com/watch?v=_fHoDWc22B0[/youtube]

Tags: beat, billy jean, gossip, guntah, jürgen, michael, platten, tubbs, unsterblichkeit
Posted in ich, Internet, Musik, Verrückte Welt |
|
Zumindest ab und zu. Wenn so streife zwischen all den Geschäften und Trödelläden in Hamburg, dann finde ich doch in letzter Zeit immer ein paar nette Dinge, die mein Herz erwärmen (ooccch) oder mich zum Lachen bringen (hahahahah) oder die ich einfach nur mitnehme, weil ich den Laden nicht ohne was zu kaufen verlassen möchte! Ja – so bin ich. Total geschädigt vom Konsumterror. Ich kaufe, also bin ich. Genug gelabert. Das hier habe ich für nur 1,- Euro erstanden.

Mein Fankauf - Der Papst Johannes Paul II

Tags: guntah, johannes Paul II, kaufen, läden, papst, trödel
Posted in ich, Verrückte Welt |
|
Hach ja. Früher habe ich das ja auch mal geschaut. Schön in Schlafanzug – Freitagabend – vor dem Fernseher und ein bisschen heile Welt in Form von Schlagerdosen. Ein paar Menschen, die irgendwas zu erzählen hatten – wichtig war es glaube ich nie – aber ich habe es mit Mutti und Vati geschaut. Das war ein Lagerfeuergefühl – während ich nen Kakao trank und die Mutti ein Sektchen – Papa ein Bier. Ja. Da war sie: die aktuelle Schaubude. Jetzt gibt es sie nicht mehr! 51 Jahre sind genug. Schade – Träne im Knopfloch…
Hier die ganze traurige Nachricht.

Tags: aktuelle, carlo, fernsehen, geschichte, hamburg, meedia, ndr, schaubude, talkshow, urgestein
Posted in Allgemein, Verrückte Welt |
|
Manchmal und vielleicht auch öfter als man denkt, kommen produzierte Sendungen nicht ins Fernsehen. Ich hätte zum Beispiel den Film “Daniel und der Zauberer” oder wie der hieß, gerne gesehen, um das illustere Abenteuer, um einen gewissen bayrischen Herrn Daniel K. zu erleben und endlich handfest begründen zu können, warum wir schon lange keine Kulturnation mehr sind. Der Film lief glaube ich so gut wie überhaupt nicht. Nun denn.
Der Mediendienst DWDL.de hat einen netten Artikel veröffentlicht, in dem es um den sogenannten Giftschrank geht, in dem zahlreiche Sendungen herumliegen und wahrscheinlich nie dem breiten Publikum zugänglich gemacht werden.
Hier ist der Artikel.

Tags: artikel, dwdl, fernsehen, giftschrank, rtl, sat1, sendungen
Posted in ich, Politik und Medien, Verrückte Welt |
|