Archive for the ‘ich’ Category

Ja. Ich war da. Ein paar andere auch. Allerdings war das CCH ein Rahmen, der irgendwie nichts passte. Das CCH ist ein ödes Kongress Zentrum, in dem Ärzte, Wissenschaftler und sonstige Besserwisser deutlich besser aufgehoben sind als so jemand wie Morrissey. So war zum Beispiel nicht erlaubt während des Auftrittes Getränke mit in den Raum zu nehmen oder der Zutritt wurde beim Auftritt der Vorband nur in den Songpausen gestattet.

Die Vorband:

Doll & The Kicks. Eine richtig gute Band. Ein Mädel – dünn wie ein Laufstegmodel allerdings mit einer richtigen Röhre versehen. Da der Schlagzeuger erkrankt war, haben Doll & The Kicks einen akustischen Gig gespielt. Exzellent kann man nur sagen. Ich habe mir nachher noch für einen Zehner Ihre CD gekauft und Doll, die mit ihrer Frise und dem netten roten Blümchen im Haar ein wenig an die Goldenen Zwanziger erinnerte, unterschriebt sie. Ich hoffe die Band Doll & The Kicks noch einmal bei einem moderaterem Preisniveau in Hamburg sehen zu können. Zur Info: My Space Seite Doll & The Kicks

Ich habe ordentlich ein paar Scheine für das Konzert abgedrückt, damit Wencke und icke möglichst weit vorne sitzen konnten. In 70er Jahre Gedächtnis-Kino-Sesseln haben wir uns dann hingesetzt oder vielmehr reingefletzt als es schien, dass der Auftritt von Morrissey beginnen sollten. Als dann die ersten Takte des Auftaktsonges “This Charming Man” (Watt sonst!) begannen, stürmten ein paar Leutchen nach vorne. Kurz nachgedacht und nachgemacht! So konnten wir das ganze Konzert in Armreichweite zur Band verbringen! Grandios sage ich euch. Ich konnte Morrissey’s ergraute Brusthaare zählen. Nen Traum. Neben uns haben die Smartphone Heinzis alles geknipst und gefilmt, was nicht bei drei aus dem Blickfeld war, sodass bei Youtube etc. ne Menge vom Konzert zu finden sind.

Das Konzert selbst war großes Kino. Morrissey hat die Smiths Fans unter den Zuschauer gut bedient “Chemetery Gates”, “This Charming Man”, “How soon is now” etc. Dabei gibt der feine Herr Morrissey in den letzten Jahren diesen Songs ein mehr und mehr rockiges Gewand. Schließlich ist seine Band mit grandiosen Musiker besetzt: Boz Boorer, Jesse Tobias, Solomon Walker, Matt Walker  und Matt Chamberlain haben allesamt watt auf dem Kasten und können es im Verlaufe des Konzertes auch mal rauslassen. Da wird der Kontrabaß gezupft oder Akkordeon gespielt. Außerdem ist der große Gong und die riesigen Trommeln beim Set dabei. So wurde “How soon is now” zu einem grandiosen Feuerwerk musikalischer Re-Interpretation eines Smith-Klassikers.

Während des Konzerte sagte Morrissey, dass er es schade findet, dass wir uns Hamburger nennen. Ich dachte Morrissey’s Einsatz für Peta sowie vegetarische Ernährung wäre hinlänglich bekannt und auch, dass der Mann Brite ist und dem Völkchen sagt man ja einen gewissen Humor nach. Das haben einige Flitzpiepen nicht verstanden. Sie waren beleidigte Leberwürste und folgerichtig ist der Typ dann auch rausgeflogen, nachdem er meinte, er müsste Morrissey darauf hinweisen, dass er “uns” beleidigt hat. Morrissey meinte schließlich “Fuck off” und lies den Heinzi raustragen. Was ein bisschen untergegangen ist in der Diskussion, ist die Tatsache, dass Morrissey seine Anregungen in Bezug auf Hamburg damit abschloss, dass er erwähnte, dass niemand auf der Welt “Hot Dog” genannt werden möchte. Aber ham se alle vergessen…

Nun denn. Ich bin eher ein Morrissey denn The Smiths Fan. Daher war ich schier aus dem Häuschen, dass solche grandiosen Stücke wie “Teenage Dad on his estate” gespielt wurde. Ein wunderbarer Text. Zeilen wie…

You defer to the views of the television news
Let someone do your thinking for you
And you still buy a daily newspaper
And you find everything there but the news

… sind einfach mehr als genial. Morrissey und seine Band machten immer mal wieder Runden an den Bühnenrand. Boz Boorer guckte immer wie ein britischer Hooligan und Morrissey schüttelte Hände und erzählte ein paar nette Witze wie dass er draußen ein Plakat von ihm und Cliff Richard gesehen hätte. Es macht ihn traurig, dass der Cliff, obgleich 70 Jahre alt, jünger als er aussehe.

Zum Abschluss fragte er nach dem Song, welchen er als Zugabe spielen sollte und der Wunsch “There’s a light that never goes out” wurde mit einem “No!” und einem freundlichen Lächeln abgelehnt.

Ein schönes Konzert und gerade wegen der Nähe ein besonderes Erlebnis.

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Tage gehen zu Ende. Symbolisch manchmal. Ich bin nun müde und meine Augen widmen sich der Schwerkraft. Allerdings habe ich ja eine neue Digiknipse und aus diesem Grund noch schnell ein Schnappschuss von der kleinen Frieda:

Guntah Katzencontent

Guntah Katzencontent

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Ich habe mir mal watt gegönnt und nicht bloß alles Geld in Mettbrötchen investiert. Seltsam, mag da der eine oder andere denken – aber auch der Guntah kauft sich schon mal was vom bunten Markt der Konsumgüter. Es ist also ein Digiknipse geworden. Keine Angst, kein Schnick und Schnack mit teuren Objektiven oder so einem Kram, sondern nur ein ganz einfach Knipse für den hohlen Schnap(s)schuss aus der Hüfte.

Hier mal ein paar Beispiele mit vielen Dank an die fotografierten Objekte! Ihr seid super:

Guntah hat Frieda mit seiner neuen Kamera fotografiert

Guntah hat Frieda mit seiner neuen Kamera fotografiert

Fotospaß mit Guntah's neuer Digiknipse

Fotospaß mit Guntah's neuer Digiknipse

Guntah isst gesundes Obst

Guntah isst gesundes Obst

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Aber leider fehlt mir die Zeit. Andauernd passiert irgendein Zeug und ich würde es gerne in diesem Blog veröffentlichen. Aber die Zeit ist wie ein Reise ohne Wiederkehr und im Normfall zu schnell vorbei. Ich versuche noch mal alles nachzuholen. Versprochen. In der Zwischenzeit habe ich nur zwei kleine Dinge. Beides hat thematisch was mit Tieren zu schaffen. Keine Angst liebe lesenden Vegetarier-Freunde: Diesmal gebe ich mich nicht einem Schlachtfest hin…

Zu forderst habe ich Vierbeinigen Nachwuchs, der sich Frieda schimpft! Niedlich die kleine… Hier ein Bildchen

Guntah Katze Frieda Hamburg Mitbewohner

Guntah Katze Frieda Hamburg Mitbewohner

Und zum anderen habe ich heute auf dem Weg zur S-Bahn diese Plakat entdeckt:

Guntah Veddel S-Bahn Plakat

Guntah Veddel S-Bahn Plakat

Hihi!

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Guntah auf dem Land. Und damit er sich da raus traut, braucht es schon einen richtigen Köder. Den gab es und nicht zu knapp. Ein schönes Spanferkel, welches in meinen Augen eher die Ausmaße einer Sau hatte. Allerdings gilt natürlich bei einem solchen Schmaus: Je mehr – je größer – je besser. Als das Spanferkel kam, war ich ersteinmal richtig platt. Eine riesige Sau ohne Beine aber mit Kopf, die in Plastikfolie schon schön eingespannt auf einen Grill gespannt war. Schnell wurde dann das Plasik entfernt und eine Schubkarrenladung Grillkohle wurde nett und fein unter der Sau drapiert. Ein kleiner Motor sollte im späteren Verlauf dafür sorgen, dass das Schweinchen sich dreht, um auch von allen Seiten knusprig und lecker zu werden.

Guntah Spanferkel Ich dreh durch - Das Schwein auch

Guntah Spanferkel Ich dreh durch - Das Schwein auch

Natürlich lässt sich dem Spanferkel nicht Einheizen, wenn blosse und profane Grillanzünder am Werk sind. Aus diesem Grund wurde ein Gasbrenner angeworfen und los ging es damit die Kohle zum Glühen zu bringen. Ferner wurde die Sau angeröstet und die letzten Borsten fielen dem Feuer zum Opfer. Es roch schon jetzt sehr lecker, so dass sich der Mund mit Sabber fühlte.

Guntah - Spanferkel Mo'Fire Mo'Fire

Guntah - Spanferkel Mo'Fire Mo'Fire

Leider braucht ein Spanferkel richtig lange, um gar zu werden. Ein paar Stunden Zeit sollte man schon mitbringen. Während der Wartezeit auf diese brachiale Köstlichkeit sollte sich der Gourment darauf einstellen, dass es super, super köstlich riecht. Es ist ein ideale Kombination aus Feuer, Geruch und Vorfreude, die ein wenig an das Gefühl aus Kinderzeiten zu Weihnachten erinnert. Das Geschenk sieht und riecht der Wartende allerdings schon die ganze Zeit.

Nach vier Stunden oder mehr war es dann soweit. Die Sau war gegrillt und knusprig und bereit verschlungen zu werden. Lecker!

Guntah Spanferkel fertig

Guntah Spanferkel fertig

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Ein Mettbrötchen – für mich ja eine der Königinnen des Brötchen Belages – ist schon eine Sünde wert. Nicht zuletzt erlaubt es ja die Mobilität des “Mett 2 Go” einen Verzehr immer und zu jeder Gelegenheit. Man muss höchstens aufpassen, dass einem die Zwiebeln herunterfallen oder ein Stück köstlichem Metts im Bart hängen bleibt. Grund genug für mich auf Facebook eine Gruppe zu gründen die den Titel “Ich liebe Mettbrötchen” trägt. Gerne dürft ihr Mitglieder werden! Wie man eine Gruppe bei Facebook erstellt, könnt Ihr hier lesen.

Guntah Mettbrotchen - Mauerermarmelade

Guntah Mettbrotchen - Mauerermarmelade

Ein Biss für ein Hallejula - Mettbrötchen Guntah

Ein Biss für ein Hallejula - Mettbrötchen Guntah

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Sonntagnachmittag: Abhängen. Kaffee. Kuchen. Füße hoch. Locker bleiben. Katzen gucken:

Guntah Katzencontent

Guntah Katzencontent

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Mit halben Schweinen im Bauch und der Gewissheit, dass ein Slibovic den Magen wärmt und die Geschmacksnerven auf Trapp hält, gehe ich mit meinem Bruder zurück. Es sind nur ein paar Minuten. Die reichen allerdings aus um Erinnerungen an Zeitungstouren, Platzwunden meines Vaters, Partynächte bei J.B. oder Straßenfußballturnieren in mir hervorzurufen. In der Straße, in der früher ich wohnte und nun mein Bruder mit seiner Famlie sind viele Gärten erneuert worden. Verschwunden sind die Holzzäune, die einmal im Jahr in fast kollektiver Arbeit mit Alt-Öl getrichen worden sind. Im Dickicht der Erinnerungen denke ich an Hochzeiten, neue oder silberne, die mit einem Umtrung gefeiert worden sind. Ich sehe neue Namensschildern an Häuser, die früher meinen Nachbarn gehört haben. Heute wohnen diese Nachbarn wieder in der Nähe meiner Eltern. In der Ewigkeit zur Nachbarschaft verbunden. Ein mutiger Spaß des Schicksals.

Zuhause frönt  mein Bruder seinen Mittagsschlaf. Ich spiele mit dem Jungen. Nur kurz. Ein Nintendo ist doch interessanter.

Ich schaue Fernsehen. Drussel ein wenig weg. Katzen stören meine Reise ins Schlafland. Ich setze mich auf die Terrasse. Ein wenig Luft bei keinem Lärm tut ungemein gut. Ruhe ist das einzige Pfund mit dem die Provinz wuchern kann. Während der kleine rumdaddelt und mich ein wenig an meine Zeit mit dem C64 erinnert, surfe  ich ein wenig herum. Da das Netzwerkkabel nicht reicht, muss ich mir wohl ein Neues besorgen. Ich frage meinen Bruder, der seinen Mittagsschlaf beendet hat, doch er hat auch keines mehr. Seinen Rechner will ich nicht benutzen. Der steht im Keller und das ist mir zu dröge. Der Kleine hat Bock auf den Spielplatz. Wir holen sein Kettcar raus und für uns ein paar Fahrräder. Auf geht es zum Spielplatz, der früher einmal eine BMX Bahn war, bis diese Platz machen musste für ein Asylantenheim. Der kleine Rest der Bahn wurde in einen Kinderspielplatz umgewandelt. Ich lasse die beiden zurück und fahre mit dem Rad rum.

Ich denke, dass es Zeit ist mal wieder am Grab meiner Eltern vorbeizuschauen. Ich habe keine Ahnung wann ich das letzte Mal da war. Eines der wenigen Dinge an die ich mich erinnere ist die Textzeile “Emotional Landscape” (Björk) als ich den Friedhof betrete. Sie haben viel geändert hier. Viele  alte Bäume sind gefallen. Die freien Plätze sind begrünt worden. Es sieht fast angenehm aus. Der Weg zum Grab meiner Eltern ist wie ein alter Bekannter, den man zwar lange nicht mehr gesehen hat aber man weiß bescheid, wo die Richtigung lang geht. Zwei mal geradeaus, zwei mal links.

Guntah Grabstein Eisenach[/caption]

Es ist immer wiede rein Moment, in dem der Begriff Sprachlosigkeit seine volle Wirkung entfaltet. Ratlos mit viel Wut. Immer, wenn ich hier stehe, sehe ich diesen Stein als Endstationschild für meinen Lebensabschnitt in Lingen. Ich habe zwar noch einige Zeit dort gelebt. Aber das Leben in Lingen war mit der Erichtung des Steines begraben. Aus und vorbei. Ein unabänderlicher Fakt, der schon solche Mächtigkeit braucht, um es sich klarzumachen. Gerade der Moment der Beerdigung meine Mutter war ein schweres Brett. Das Bild, welches sich abspielte, war erniedrigen. Mein Vater starb am 2. Oktober und meine Mutter am 12.Oktober. Während also mein Mutter im Sterben lag, wurde mein Vater beerdigt. Während meine Mutter beerdigt wurde, war das Grab von meinem Vater noch in voller “Blüte”. Ich glaube ich werde meinen Lebentag niemals die Szene vergessen, als wir mit dem Sarg meiner Mutter um die Ecke bogen und ich das erste was ich sah, waren die Kränze und Blumen auf dem Grab meines Vater. Genau neben ihm war der Platz bereitet für die sterblichen Überreste meiner Mutter, die wir Schritt für Schritt dahinfuhren. Es herrschte ein Stille, die ich nie wieder im meinem Leben so erfunden habe, als der Sarg abgesenkt wurde. Emotionen können schwer sein. Sehr schwer.

Ich verließ den Friedhof bald. Nicht ohne am Grab meiner Oma noch ein kleines Gebet dazulassen.

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Regen. Regen. Der kleine feine Nieselregen. Er dringt in dich ein – keine Pore ist sicher vor ihm. Meine Brille ist beschlagen durch ihn als ich Lingen erreiche. Die Stadt, in deren Verlaufe sich alle möglichen Könige und Fürsten darum stritten, die kleine Stadt an der Ems zu besitzen. Heute dient diese Tradition zur Rechtfertigung von Besäufnissen. Am Bahnhofsvorplatz wird gebaut, wie überall in der Stadt. Die Architektur lebt von der selben Beliebigkeit wie Einkaufszentren, die zu Duzenden in der Republik stehen. Ein Unterführung in der Nähe des Bahnhofes trägt den Namen eines bekannten deutschen Schauspieler. Obwohl dieser nie in der Stadt gelebt hat. Seine Eltern stammen von dort. Genau wie der Otto-Normal-Bürger von ihm nur die Witzfiguren kennt, weiß kaum jemand, dass er ein wirklicher Schauspieler war und nicht nur ein Darsteller einer Figur aus der unheiligen Allianz zwischen Werber-Awareness und Hochglanz-Ilustrierten Leserdenke. Egal. Ich rauche während ich auf meinem Bruder wartet. Ein paar Autos fahren vorbei. Ich erinnere mich an ein Kino – längst abgerissen. Wie so vieles hier. Der Fortschritt frisst die Geschichte mit Baggerschaufeln.

Meine Zigarette brennt als ich meinen Bruder treffe. Sein Auto parkt um die Ecke. Wenig Menschen um 22 Uhr abends zu sehen. Es ist ja schießlich Freitag. Ein kurze Umarmung. Ein Blick in die Augen. Sein Bauch ist ein wenig größer als meiner. Dafür ist meine Brillenstärke höher. Er gewinnt bei der Fußgröße und der Breite seines Kreuzes.

Wir fahren durch die Stadt in die Straße in denen ich meine ersten Alkoholexzesse auskurierte, in dene ich meine ersten Freundinnen liebte, in das Haus, im dem ich mit dem Sven C64 spielte und nie Hausaufgaben machte. In das Haus in der Straße, die nach einem Maler genannt ist. Bunt war das Treiben bei uns zu Hause. In manchen Zeiten eine Volksuniversität für Diplom Zyniker. In anderen ein trauriges Haus, dessen Tränen Fischteiche füllten.

Der Garten sieht anders aus als zu der Zeit als ich dort noch lebte und meine Eltern beim Sterben zusah.

Die Freundin meines Bruder öffnet die Tür. Sein Sohn ist nicht mehr wach. Ich werde begrüßt von Katzen.

Guntah Katze Lingen

Guntah Katze Lingen

Katzen sind spannende Wesen. Freundlich, warmherzig, kuschelig, kratzbürstig. Mal so oder mal so. Es gibt Phasen, in denen ich fest daran glaube, das Katzen der göttliche Versuch sind, um zu testen, ob solche Wesen existieren können, um im Anschluss daran Frauen zu erschaffen, die vielfach die gleichen Eigenschaften besitzen.

Wir trinken Bier und reden. Viel. Er hat sich einen neuen Fernseher gekauft. Einen dieser großen. Einen auf denen das Bild auch noch aus 50 Meter Entfernung zu erkennen ist. Ein schönes Gerät. Spielzeug liegt rum. Wir rauchen. Er ist mir immer eine Zigarrette vorraus. Ich gebe mir Mühe mitzuhalten. Morgen ist Einschulung. In meiner alten Schule, in der auch ich die ersten vier Jahre verbachte. Gleich neben dem Friedhof, wo meine Eltern begraben sind.

Ich schafe ganz ruhig. Die Kleinstadt hat keine Lautstärke. Laut ist die Großstadt. Hier rauschen die Bäume und selbst die Mücken sind hier kleiner und nicht so gemein. Ich höre zum Einschlafen ein Hörspiel im Radio. Freitagabend in der Provinz. Zum Rausgehen habe ich keine Lust. Warum auch. Mein Lebensentwurf und der von vielen die ich noch kenne und hier wohnen sind wie Parallelen. Sie treffen sich in der Unendlichkeit. Zumindest in der Theorie.

Der Junge weckt mich. Die Katzen auch. Ich dusche. Trinke Kaffee. Esse Brötchen. Wir rauchen. Wir fahren zur Kirche. Hier geht nichts ohne die Kriche. Eine andere Kirche wie in meiner neuen Heimat. Dort lebt sie vom Mangel. Hier vom Überfluss. Der Pastor ist nett. Ein Rheinländer mit einem ebensolchen Gemüt. Er macht Witze. Ich denke an Willy Millowitsch. Das I-Männchen will vorne in der Kirche sitzen. Der Platz der Pharisäer. Das kennt er nicht. Mir ist das Platznehmen auf dem Präsentierteller unangenehm.

Die Einschulungsmesse ist lustig. Es wird gesungen und gelacht und verabschiedet. Draußen rauchen wir und gehen zur Schule. Meine alte Schule. Meine Erinnerung an den Pausenraum ist größer als die Wirklichkeit. Ich mache Photos von den Kindern, die erneut singen. Die Einschulung hat die Provinz erreicht. Der Beleg dafür ist der Aufruf der Kinder, deren Nachnamen auf eine weite Reise der Eltern deuten.

Im Anschluss gehen wir essen. Beim Griechen. Ganze Schweine landen auf meinem Teller. Ich brauchen den ganze Tag nichts mehr zu essen.

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und in der Provinz “Sachbeschädigung”. Ach ja. Ich mag Streetart. Schön. Kreativ und Ideenreich. Leider ist diese Anschicht in der Provinz nicht so verbreitet. Dort heißt es Sachbeschädigung.

Hier der Artikel der Tagespest und hier die Polizei Meldung.

Streetart in Lingen

Streetart in Lingen (Foto: Polizei Lingen)

Sehr gut, dass die Emsländische Polizei auch nebenbei als Kunstexperten tätig ist. Schließlich zeugen solche Überschriften wie “Angebliche Kunst stellt Sachbeschädigung dar” davon, dass die Beamten sich nicht nur mit dem Strafrecht, sondern auch mit der Beurteilung von Kunst auskennen.

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