Archive for the ‘GunTah im Urlaub’ Category

Guntah auf dem Land. Und damit er sich da raus traut, braucht es schon einen richtigen Köder. Den gab es und nicht zu knapp. Ein schönes Spanferkel, welches in meinen Augen eher die Ausmaße einer Sau hatte. Allerdings gilt natürlich bei einem solchen Schmaus: Je mehr – je größer – je besser. Als das Spanferkel kam, war ich ersteinmal richtig platt. Eine riesige Sau ohne Beine aber mit Kopf, die in Plastikfolie schon schön eingespannt auf einen Grill gespannt war. Schnell wurde dann das Plasik entfernt und eine Schubkarrenladung Grillkohle wurde nett und fein unter der Sau drapiert. Ein kleiner Motor sollte im späteren Verlauf dafür sorgen, dass das Schweinchen sich dreht, um auch von allen Seiten knusprig und lecker zu werden.

Guntah Spanferkel Ich dreh durch - Das Schwein auch

Guntah Spanferkel Ich dreh durch - Das Schwein auch

Natürlich lässt sich dem Spanferkel nicht Einheizen, wenn blosse und profane Grillanzünder am Werk sind. Aus diesem Grund wurde ein Gasbrenner angeworfen und los ging es damit die Kohle zum Glühen zu bringen. Ferner wurde die Sau angeröstet und die letzten Borsten fielen dem Feuer zum Opfer. Es roch schon jetzt sehr lecker, so dass sich der Mund mit Sabber fühlte.

Guntah - Spanferkel Mo'Fire Mo'Fire

Guntah - Spanferkel Mo'Fire Mo'Fire

Leider braucht ein Spanferkel richtig lange, um gar zu werden. Ein paar Stunden Zeit sollte man schon mitbringen. Während der Wartezeit auf diese brachiale Köstlichkeit sollte sich der Gourment darauf einstellen, dass es super, super köstlich riecht. Es ist ein ideale Kombination aus Feuer, Geruch und Vorfreude, die ein wenig an das Gefühl aus Kinderzeiten zu Weihnachten erinnert. Das Geschenk sieht und riecht der Wartende allerdings schon die ganze Zeit.

Nach vier Stunden oder mehr war es dann soweit. Die Sau war gegrillt und knusprig und bereit verschlungen zu werden. Lecker!

Guntah Spanferkel fertig

Guntah Spanferkel fertig

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Regen. Regen. Der kleine feine Nieselregen. Er dringt in dich ein – keine Pore ist sicher vor ihm. Meine Brille ist beschlagen durch ihn als ich Lingen erreiche. Die Stadt, in deren Verlaufe sich alle möglichen Könige und Fürsten darum stritten, die kleine Stadt an der Ems zu besitzen. Heute dient diese Tradition zur Rechtfertigung von Besäufnissen. Am Bahnhofsvorplatz wird gebaut, wie überall in der Stadt. Die Architektur lebt von der selben Beliebigkeit wie Einkaufszentren, die zu Duzenden in der Republik stehen. Ein Unterführung in der Nähe des Bahnhofes trägt den Namen eines bekannten deutschen Schauspieler. Obwohl dieser nie in der Stadt gelebt hat. Seine Eltern stammen von dort. Genau wie der Otto-Normal-Bürger von ihm nur die Witzfiguren kennt, weiß kaum jemand, dass er ein wirklicher Schauspieler war und nicht nur ein Darsteller einer Figur aus der unheiligen Allianz zwischen Werber-Awareness und Hochglanz-Ilustrierten Leserdenke. Egal. Ich rauche während ich auf meinem Bruder wartet. Ein paar Autos fahren vorbei. Ich erinnere mich an ein Kino – längst abgerissen. Wie so vieles hier. Der Fortschritt frisst die Geschichte mit Baggerschaufeln.

Meine Zigarette brennt als ich meinen Bruder treffe. Sein Auto parkt um die Ecke. Wenig Menschen um 22 Uhr abends zu sehen. Es ist ja schießlich Freitag. Ein kurze Umarmung. Ein Blick in die Augen. Sein Bauch ist ein wenig größer als meiner. Dafür ist meine Brillenstärke höher. Er gewinnt bei der Fußgröße und der Breite seines Kreuzes.

Wir fahren durch die Stadt in die Straße in denen ich meine ersten Alkoholexzesse auskurierte, in dene ich meine ersten Freundinnen liebte, in das Haus, im dem ich mit dem Sven C64 spielte und nie Hausaufgaben machte. In das Haus in der Straße, die nach einem Maler genannt ist. Bunt war das Treiben bei uns zu Hause. In manchen Zeiten eine Volksuniversität für Diplom Zyniker. In anderen ein trauriges Haus, dessen Tränen Fischteiche füllten.

Der Garten sieht anders aus als zu der Zeit als ich dort noch lebte und meine Eltern beim Sterben zusah.

Die Freundin meines Bruder öffnet die Tür. Sein Sohn ist nicht mehr wach. Ich werde begrüßt von Katzen.

Guntah Katze Lingen

Guntah Katze Lingen

Katzen sind spannende Wesen. Freundlich, warmherzig, kuschelig, kratzbürstig. Mal so oder mal so. Es gibt Phasen, in denen ich fest daran glaube, das Katzen der göttliche Versuch sind, um zu testen, ob solche Wesen existieren können, um im Anschluss daran Frauen zu erschaffen, die vielfach die gleichen Eigenschaften besitzen.

Wir trinken Bier und reden. Viel. Er hat sich einen neuen Fernseher gekauft. Einen dieser großen. Einen auf denen das Bild auch noch aus 50 Meter Entfernung zu erkennen ist. Ein schönes Gerät. Spielzeug liegt rum. Wir rauchen. Er ist mir immer eine Zigarrette vorraus. Ich gebe mir Mühe mitzuhalten. Morgen ist Einschulung. In meiner alten Schule, in der auch ich die ersten vier Jahre verbachte. Gleich neben dem Friedhof, wo meine Eltern begraben sind.

Ich schafe ganz ruhig. Die Kleinstadt hat keine Lautstärke. Laut ist die Großstadt. Hier rauschen die Bäume und selbst die Mücken sind hier kleiner und nicht so gemein. Ich höre zum Einschlafen ein Hörspiel im Radio. Freitagabend in der Provinz. Zum Rausgehen habe ich keine Lust. Warum auch. Mein Lebensentwurf und der von vielen die ich noch kenne und hier wohnen sind wie Parallelen. Sie treffen sich in der Unendlichkeit. Zumindest in der Theorie.

Der Junge weckt mich. Die Katzen auch. Ich dusche. Trinke Kaffee. Esse Brötchen. Wir rauchen. Wir fahren zur Kirche. Hier geht nichts ohne die Kriche. Eine andere Kirche wie in meiner neuen Heimat. Dort lebt sie vom Mangel. Hier vom Überfluss. Der Pastor ist nett. Ein Rheinländer mit einem ebensolchen Gemüt. Er macht Witze. Ich denke an Willy Millowitsch. Das I-Männchen will vorne in der Kirche sitzen. Der Platz der Pharisäer. Das kennt er nicht. Mir ist das Platznehmen auf dem Präsentierteller unangenehm.

Die Einschulungsmesse ist lustig. Es wird gesungen und gelacht und verabschiedet. Draußen rauchen wir und gehen zur Schule. Meine alte Schule. Meine Erinnerung an den Pausenraum ist größer als die Wirklichkeit. Ich mache Photos von den Kindern, die erneut singen. Die Einschulung hat die Provinz erreicht. Der Beleg dafür ist der Aufruf der Kinder, deren Nachnamen auf eine weite Reise der Eltern deuten.

Im Anschluss gehen wir essen. Beim Griechen. Ganze Schweine landen auf meinem Teller. Ich brauchen den ganze Tag nichts mehr zu essen.

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“Reisen in den Süden sind immer Reisen in die Vergangenheit.” Wie wahr dieser Satz aus der Feder von Max Frisch ist, hat sich letztes Wochenende bei meiner Reise nach Lingen (Ems), meiner abgelegten Heimatstadt, gezeigt. Da ich “ausm” Emsland komme und nach Hamburg gezogen bin, ist eine Reise dorthin natürlich eine Reise in den Süden und damit in die Vergangenheit und gerade meine lingener Vergangenheit hat allen Grund gegeben dort wegzugehen. Da das Emsland vom verkehrstechnischen Angebundensein immer noch irgendwo in den 70er Jahren rumeiert, dauert die Fahrt mit dem Niedersachsen Ticket für Singles und Alleinreisende locker, flockige 5 Stunden. Das ist super und für Menschen, die gerne Zug fahren eine ideale Möglichkeit viele grüne Bäume, Felder und Wiesen zu sehen.

Meine Fahrt ging in Hamburg am HBF los und sollte in erster, und leider nicht direkter Linie, nach Bremen gehen. Auf geht es also. Da ich durch tagtägliches Reisen in Nahverkehrszügen bzw. S-Bahnen an Schweiß, Gestank und Flitzpiepen gewöhnt bin, machte es mir nichts aus in den vollbesetzten Zug zu steigen. Tuff Tuff Tuff und schon war ich auf dem Weg nach Lingen.

Guntah Zugfahrt Lingen

Guntah Zugfahrt Lingen

Die erste erwähneswerte Stadt war Bremen. Dort hatte ich eine Wartezeit, die ich dafür nutze beim Chinamann etwas mit Reis, Hühnerfleisch und Gemüse zu kaufen. Außerdem war noch Geld für zwei Bier in der Spesenkasse. Als ich dann meinen Bahnsteig für den Zug nach Osnabrück gefunden hatte, fielen mir zwei Dinge auf. Zu einem ist der Bahnhof Bremen eine nette Baustelle und für einen kurzen Moment glaubte ich die Typen von den Village People zu erkennen, die auf einem anderen Bahnsteig ein neues Video drehen. Außerdem scheint die Haupteinnahmequelle von Harzt IV-Empfängern, Flaschenpfandsammeln, in Bremen am Bahnhof nicht praktiziert zu werden. Wie erklärt man sich sonst dieses Bild:

Guntah Bremen HBF Flaschenpfand

Guntah Bremen HBF Flaschenpfand

Kann natürlich auch sein, dass der Wachschutz im Bahnhof jeden und alles abfängt, der nach Flaschenpfandsammler aussieht. Nun denn es ging irgendwann weiter in Richtigung Osnabrück. Ja. Warum auch nicht. Schließlich liegt Osnabrück auch südlicher als Lingen. Tststst. Deutsche Bahn.

Eine Gedanken zur Fahrt aus meinem Notizbuch dazu:

Die Kennzeichen der Provinz sind einig und allein die unterschiedlichen Städte-, Dorf- und Gemeindename. Ansonsten ist es überall gleich. Die Summe aller Provinzialität ergibt sich aus Schützenfesten, Dorfdissen, schlechten Schnakkern und Einfamilienhäusern, die sich im Regelfall bei Schwiegereltern im Garten befinden.

Ich trank also mein Bier. Schaute aus dem Fenster. Fühlte mich merkwürdig. Gedankenverloren auf den Weg gebracht. Wenn ich mir nicht Gedanken wie jene oben machte, las ich ein gutes Buch. Harry Mulisch “Das Attentat”. Das kann ich empfehlen, die Reise nicht. Als ich dann ich Osnabrück war, musste ich feststellen, dass sowohl meine Zigaretten alle waren als auch mein Bier. Der super preiswerte Imbiss im Osnabrücker Bahnhof empfahl mir ein Bierchen für den schlappen Preis von zwei Euro. Eines habe ich dann dort gekauft und ein zweites unten am Bahnsteig. Dort kostet der halbe Liter in der Dose 1,80 Euro. Folglich rate ich dir Reisender: Kaufe dein Bier am Bahnsteig in Osnabrück. Von dort ging die Reise weiter nach Rheine. Ein malerisches Städtchen in NRW. Wie ungefähr 1.000.000 andere Städchen in Deutschland. Nachdem ich ein wenig weiter den Roman von Mulisch gelesen hatte, machte ich mir folgende Gedanken:

Lebensentwürfe wie Reihenhaussiedlungen. Gegend wie aus “Per Anhalter durch die Galaxis”. Preise werden dafür nicht vergeben. Realitäten, die ihre Entsprechung in Filmen wie “Fear Loathing Las Vegas” finden, allerdings ohne Ausbruchsversuche. Nur Abstoßungsreaktionen von Menschen, die den sanduhrgesteuerten Lebensentwurf nicht mehr ertragen können.

Überraschender Weise kam ich dann in Rheine an und wartet dort auf den Anschlusszug nach Lingen. Der auch irgendwann einfuhr. Kurz über Salzbergen und Leschede führte der Weg nach Lingen. Vorbei am Atomkraftwerk und hinein in den Bahnhof Lingen Gleis 1. Es regnete.

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Letzte Vorstellung heute. Dorfpunks. Als Kind vom Lande mit waschechtem Schützenfest- und Schnapstrauma ist natürlich Rockos Buch ein Klassiker. Deshalb gehe ich heute noch mal rein in das Stück. Es wird zum 25. Mal gespielt und danach soll es eine Party geben  – der Legende nach. Bin gespannt. Vielleicht schaffe ich es noch nachher was drüber zu bloggen. Wünscht mir viel Spaß!

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Bevor Pfingsten schon wieder vor der Tür steht habe ich mir jetzt den letzten Teil meiner kleinen Reportage vorgenommen. Der Sonntag Die Nacht von Samstag auf Sonntag war davon geprägt, dass ich Herrn Ahly mal gehörig eins vorgeschnarcht habe. In einem persönlichen Gespräch gestand er mir später, dass er dachte, ich würde verrecken. Naja. Vielleicht doch mal wegen der Schnarcherei zum Arzt gehen. Ansonsten bin ich ziemlich früh wach geworden. Da ich ein Alter erreicht habe, in dem senile Bettflucht eintritt, habe ich mich vorsichtig in die Küche geschliechen und irgendwas mit Schokolade gegessen. Danach habe ich einen Kaffee gemacht und – Menschen, die mich kennen wissen, was jetzt kommt – rauchte eine!

Als dann nach der dritten oder fünften Kippe die anderen auch mal wach waren, haben wir geduscht. Nein. Nicht zusammen, sondern einer nach dem anderen. Der Sven war so gut Brötchen aufzutreiben und wir frühstückten gemütlich bei Tee, Erdbeermilch (Sven) und Kaffee (Guntah). Danach wurde ein Schlachtplan entworfen und wir beschlossen uns in Richtigung BVB Stadion aufzumachen. Wer weiß, ob wir den Weg noch mal brauchen, wenn der HSV dort um den Titel in der Champions-League spielt.

Blick aus dem Svensen Küchenfenster in Dortmund

Blick aus dem Svensen Küchenfenster in Dortmund

Früher mal erfolgreich - heute nur noch Fassade - Der BVB

Früher mal erfolgreich - heute nur noch Fassade - Der BVB

Das neue Stadion des BVBs weiß durchaus zu beeindrucken. Hoch sind die Ränge und ebenso die Zäune, damit keine Flitzpiepe einfach rüberklettert, um sich für “Umme” ein Spiel anzuschauen. Aber was wesentlich interessanter war, war das gute alte Stadion “Rote Erde” genau neben dem Stadion. Dort gab es ein gemütliches Cafe. Anständige Toiletten im Stil meiner alten Grundschule. Fünfzig Mann können da garantiert nebeneinander stehen und pinkeln! Es gabe folgende Getränke Bier (Sven), Cola (Ahly) und Kaffee (Guntah). Wir haben ein paar Sportlern zugeschaut, wie sie ihre Runden gedreht haben und uns über Fußball unterhalten. Das war nett. Ich habe dann noch eine prima Bratwurst gegessen.

Rote Erde Dortmund

Rote Erde Dortmund

Guntah und Rote Erde Dortmund

Guntah und Rote Erde Dortmund

Dann war es auch so langsam an der Zeit mal gepflegt zu grillen. Zu diesem Zweck sind wir in einen stadtbekannten Dortmunder Park gegangen. Freundlicherweise hat man ihn Westpark genannt. Das konnte selbst ich mir merken. Dort haben wir uns unter einen Baum gepackt. Allerdings haben wir zum Grill-Event Zuwachs bekommen. Ein Kumpel vom Sven, der Andre, gesellte sich zu uns.

Los ging es mit dem Grillen:

Grillen im Westpark Dortmund Guntah

Grillen im Westpark Dortmund Guntah

Und endlich war dann auch die Wurst (Guntah, Sven, Andre) und das Putenfleisch (Ahly) fertig. Hier ein Food-Porno, der billigeren Art:

Foodporn Wurst Dortmund

Foodporn Wurst Dortmund

Vielleicht kennt der eine oder andere das ja – Grillen wird irgendwann langweilig. Deshalb haben wir sämtlichen Müll in den nächsten Eimer gepackt. Kurz gewartet, ob es anfängt zu brennen und sind dann in das angrenzende Cafe gegangen. Dort haben wir dann was getrunken. Bier (Sven), Kola (Ahly) und Kaffee (Guntah). Andre ist vorher ab nach Hause. Bei einigem dummen Rumgelabert und Leute anglotzen, verbrachten wir dann noch ein oder zwei Stündchen dort, bevor der Ahly und ich uns wieder auf dem Heimweg nach Hamburg machten!

Heimweg Dortmund Hamburg

Heimweg Dortmund Hamburg

So. Endlich fertig. Nächste Reise kann kommen! War nett bei dir Sven!

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Auch in Dortmund habe ich einen gefunden. “Er fuhr Ford und kam nie wieder!”. Aber es ist schon ein schönes Auto!

Ford Guntah Dortmund

Ford Guntah Dortmund

Ford Guntah Dortmund II

Ford Guntah Dortmund II

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Ja. Ich bin es noch schuldig geblieben. Den letzten Teil meiner Reise nach Dortmund. Aber in der Zwischenzeit musste ich einfach dies organisieren und durchführen. Das hat Zeit gekostet. Und deshalb diese Sendepause.

Nach dem wir nun endlich den Einweggrill in der Plastik-Taschen hatten, ging es zur Wohnung vom Sven zurück. Zig Stufen raus und oben – nach einer längeren Verschnaufpause – wurde das nächste Bierchen geköppt. Ich hatte die ganze Zeit das Lied von Frank Baier “Über unseren Kohlenpott” auf den Lippen. Der Sven kannte es nicht. Ist aber witzig, ehrlich. Dann stand es an in den “Hafen” von Dortmund zu gehen, weil Dr. Ahly und ich gerne erleben wollten wie Werder Bremen eins auf den Sack bekommt. Naja. Ist dann ja nichts geworden. Allerdings war die Strandbar, direkt am “Hafen” von Dortmund gelegen ganz passabel für das Ruhrgebiet. Für uns Jungs auf Hamburg natürlich nur ein Witz! Aber ein charmanter.

Philipp glotzt in Dortmund Fußball Guntah

Philipp glotzt in Dortmund Fußball Guntah

Dortmund Hafen Guntah

Dortmund Hafen Guntah

Dann wurde es nichts mit dem Sieg gegen unseren Erzfeind aus der Pupi-Stadt Bremen und wir weinten gemeinsam in unser Bierglas. Bis auf Dr. Ahly, der in seine Cola. Wir tranken dann noch ein paar Bierchen mehr. Redeten über Fußball im Besonderen und Sport im Allgemeinen. Schließlich beschlossen wir noch eine Runde zu drehen und gingen in eine 70er Jahre Retro/Lounge/-Bar. Die war auch ganz kuschelig. Allerdings gab es trotz der Beteuerung von Sven dort kein Abendprogramm mit einem Schallplattenalleinunterhalter. Schade. Da ich dann schon mal ordentliche Kopfschmerzen bekam, sind wir nach Hause und ich habe Dr. Ahly mal richtig einen Vorgeschnarcht!

Sven Bar Dortmund 70er Jahre

Sven Bar Dortmund 70er Jahre

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Ja. Ja. Die Nudel waren ja lecker. Sehen vielleicht nicht so aus – aber sie waren es. Damit war allerdings die Melodie noch nicht zu Ende gespielt. Es war eher eine Overtüre für den Rest des Abends. Kurz bevor wir alle in eine total verrücktes Fresskoma gefallen wären, haben wir dies mit Bier, Zigaretten und dummen Rumgequatsche über Frauen, Fußball und soziale Dissonanzen in der heutigen Arbeitswelt verhindert. Dann sind wir die gefühlten 2000 Treppen wieder runter und auf die Straße. Zidan haben wir nicht gesehen. Unsere Ziel hieß: Einweg-Grill.

Im Supermarkt umme Ecke war aber nirgends einer zu finden. Also mussten wir in die blühende Innenstadt von Dortmund wandern. Zu Beginn des Klassikers der deutschen Innenstädte – die Einkaufsstraße bzw. Fußgängerzone – waren die ersten blitzsauberen 1-Euro-Geschäfte zu sehen. Leider brauchten wir kein Dies und Das, sondern einen Einweg-Grill und deshalb zogen wir weiter. Irgendwann kam dann ein super Geschäft, welches mit 100% Sicherheit auch in Billstedt, der Reeperbahn oder sonstigen heimligen Hamburger Stadtteilen seine Käuferschaft finden würde.

Nun denn ein bisschen Spaß muss sein. Und die Kombination aus Tabak und Wummen könnte sich in der Zukunft noch mal als sehr wichtige Käuferschicht erweisen. Möchte nicht wissen, wieviele Menschen rauchen und gleichzeitig ne Wumme haben. Außerdem “Rauchende Colts” oder die ganzen Spaghetti Western haben doch gezeigt, dass das Rauchen, Qualmen und Rumballern eine gewisse genussreiche Partnerschaft besitzen. (Anmerkung: Ich rauche zwar – eine Waffe habe ich nicht)

Dortmund Innenstadt!

Dortmund Innenstadt!

Da wir jedoch auf der Suche nach einem Einweg – Grill waren und nicht nach Rauchwaren gingen wir weiter. Vorbei an den typischen lokalen Kaufeinrichtungen, die man fast in keiner Innenstadt Deutschland findet. Echt erstaunlich, dass es auch hier Douglas, H&M, C&A etc. pp. gibt. Nun denn. Endlich gab es einen Tipp! Wir sollten doch mal bei Karstadt oder Kaufhof vorbeischauen. Ich weiß es auch ehrlich gesagt nicht mehr genau, weil ich draußen mit einer total riesigen Flasche Eis-Tee gewartet habe – während Dr. Ahley und Sven rein sind in den Laden. Ist ja sowieso bald für die Katz, ob es Karstadt oder Kaufhof heißt. In zehn Jahren – sage ich mal – gibt es weder das eine noch das andere. Es sei denn sie setzen konsequent auf ein Sortiment aus 1-Euro-Artikeln.

Und dann gabe es doch tatsächlich da einen Einweg – Grill! Und das auch noch zum Schnäppchen Preis. Nur 2,99! Runtergesetzt von 4,99 Euro. Von fast 5 Euro runtergesetzt. Hört mal ihr Verantwortlichen! Ihr müsste euch echt nicht wundern, wenn niemand bei den Preisen bei euch einkauft. In HH kostet ein Einweg-Grill normal (!) 2,99 Euro.

Aber egal! Wir waren glücklich! Und ab nach Hause. Doch davon mehr morgen!

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Es war ja mal an der Zeit meinen guten Kumpel Sven in Dortmund zu besuchen. Da wohnt er schon seit Jahren und das letzte Mal war ich vor Urzeiten dort. Also beschloss ich da mal hin zu fahren und da ich mich nicht alleine getraut habe, habe ich den Herrn Dr. Ahly gefragt, ob er nicht Bock hätte mitzukommen. Er hatte Bock und wir liehen uns das Auto seiner Ma (Danke!) Am Pfingstsamstag machten wir uns auf den Weg Richtung Süden.  Da man in Hamburg immer Menschen findet, die auch irgendwohin wollen, haben wir die Rückbänke für diese Reise vermietet.

(Kurzes Update: Anscheinend hat mich der Song “DaDaDa” von Trio zu den Satzanfängen inspiriert)

Die erste gute Idee an diesem Tag stammte von Herrn Dr. Ahly, der meinte, es sei wesentlich besser über Hannover zu fahren als eine Slalomtour durch die Baustellen zwischen Hamburg und Bremen zu machen. Und da Bremen uns Hamburger schließlich drei Titel in dieser Saison abspenstig gemacht hat, war es klar, dass wir diese Route meiden. Wir trinken nicht mal das Segel Bier von denen!

Die erste Strecke ging schnurtracks und es gab keinerlei Probleme und wir es ging voran. “Keine Atmenpause – Geschichte wird gemacht – Es geht voran (Fehlfarben!). Allerdings änderte sich dies irgendwo in der Nähe von Bielefeld / Gütersloh. Dort war kurz vor uns ein Unfall passiert und daraus resultierte eine halbstündige Staupause. Während dieser Zeit habe ich ein nettes Bildchen geschossen, welches einen älteren Herren beim Gassi Gehen mit seinem Hund zeigt. Auf der Autobahn!

Gassi Gehen auf der Autobahn!

Gassi Gehen auf der Autobahn!

Verrückte Welt. Doch es ging bald weiter in Richtung Dortmund. Ruhrpott wir kommen! Auf der Einfahrt in die Stadt Dortmund konnte man stetig das schöne “U” der Union Brauerei sehen. Leider ist das Vergangenheit und wie sagte es Hennes Bender einmal sinngemäß:

Überall in der Welt heißen die Sachen Industrieruinen – bei uns heißen sie Industriedenkmäler!

Nun denn. Es ist immer ein guter Zeitpunkt Menschen ein “Lebewohl” zu zu winken, wenn man einen Bahnhof erreicht. Hier war Endstation für unsere vermieteten Rückbänke und nach dem Ausstieg der beiden, warten wir auf den Sven.

Dortmund HBF

Dortmund HBF

Schon an dieser Stelle konnten Herr Dr. Ahly und ich die klasse Architektur im Ruhrgebiet am Beispiel Dortmund studieren und obwohl gerade ich aus dem selben Jahrzehnt stammt wie das meiste um mich herum, war es nicht wirklich grandios. Gott sei Dank kam dann auch der Sven und wir fuhren weiter in seine Wohngegend. In seinem “Kiez”, der irgendwie an einige Harbuger Nebenstraßen im Phoenix – Viertel erinnerte, gibt es eine Pizzaria, in der der Fußballer Zidan (nein, nicht der Franzose, sondern der andere) sich gerne mal eine Funghi oder so bestellt. Seine Karre stand da auch rum. Ein schwarzer Hummer. Der verdient halt Geld und kann sich deshalb auch den Sprit leisten. Aber wir wollten was selbst gekochtes und haben uns für SB (Spaghetti Bolognese) entschieden. In Svens Küche haben Dr. Ahly und ich dann einfach geraucht – ohne zu fragen. Dem Himmel sei es gedankt, der Sven wohnt im vierten Stock und es gab keinen Fahrstuhl, so war auch noch ein bisschen Sport drin. Disziplin: Kiste Bier nach oben tragen.

Spaghetti Bolognese

Spaghetti Bolognese

Das sieht vielleicht nicht so lecker aus. Es war aber sehr lecker! Und das Bier schmeckte auch. Dr. Ahly als Vorsitzender des Vereins zur Erhaltung alkoholfreier Getränke e. V. trank natürlich nur Apfelsaft. Egal, so hatten wir mehr. Nach einigen Bieren und Zigaretten beschlossen wir für den Sonntag einen Einweg-Grill zu kaufen. Das sollte schwieriger werden als gedacht – aber davon mehr morgen!

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