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Archive for August, 2009

Manchmal kann ich einfach nicht ohne

Ein Mettbrötchen – für mich ja eine der Königinnen des Brötchen Belages – ist schon eine Sünde wert. Nicht zuletzt erlaubt es ja die Mobilität des “Mett 2 Go” einen Verzehr immer und zu jeder Gelegenheit. Man muss höchstens aufpassen, dass einem die Zwiebeln herunterfallen oder ein Stück köstlichem Metts im Bart hängen bleibt. Grund genug für mich auf Facebook eine Gruppe zu gründen die den Titel “Ich liebe Mettbrötchen” trägt. Gerne dürft ihr Mitglieder werden! Wie man eine Gruppe bei Facebook erstellt, könnt Ihr hier lesen.

Guntah Mettbrotchen - Mauerermarmelade

Guntah Mettbrotchen - Mauerermarmelade

Ein Biss für ein Hallejula - Mettbrötchen Guntah

Ein Biss für ein Hallejula - Mettbrötchen Guntah

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Sonntagnachmittag: Zeit für Katzencontent

Sonntagnachmittag: Abhängen. Kaffee. Kuchen. Füße hoch. Locker bleiben. Katzen gucken:

Guntah Katzencontent

Guntah Katzencontent

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Guntah in der abgelegten Heimat Part III

Mit halben Schweinen im Bauch und der Gewissheit, dass ein Slibovic den Magen wärmt und die Geschmacksnerven auf Trapp hält, gehe ich mit meinem Bruder zurück. Es sind nur ein paar Minuten. Die reichen allerdings aus um Erinnerungen an Zeitungstouren, Platzwunden meines Vaters, Partynächte bei J.B. oder Straßenfußballturnieren in mir hervorzurufen. In der Straße, in der früher ich wohnte und nun mein Bruder mit seiner Famlie sind viele Gärten erneuert worden. Verschwunden sind die Holzzäune, die einmal im Jahr in fast kollektiver Arbeit mit Alt-Öl getrichen worden sind. Im Dickicht der Erinnerungen denke ich an Hochzeiten, neue oder silberne, die mit einem Umtrung gefeiert worden sind. Ich sehe neue Namensschildern an Häuser, die früher meinen Nachbarn gehört haben. Heute wohnen diese Nachbarn wieder in der Nähe meiner Eltern. In der Ewigkeit zur Nachbarschaft verbunden. Ein mutiger Spaß des Schicksals.

Zuhause frönt  mein Bruder seinen Mittagsschlaf. Ich spiele mit dem Jungen. Nur kurz. Ein Nintendo ist doch interessanter.

Guntah Neffe Lingen

Guntah Neffe Lingen

Ich schaue Fernsehen. Drussel ein wenig weg. Katzen stören meine Reise ins Schlafland. Ich setze mich auf die Terrasse. Ein wenig Luft bei keinem Lärm tut ungemein gut. Ruhe ist das einzige Pfund mit dem die Provinz wuchern kann. Während der kleine rumdaddelt und mich ein wenig an meine Zeit mit dem C64 erinnert, surfe  ich ein wenig herum. Da das Netzwerkkabel nicht reicht, muss ich mir wohl ein Neues besorgen. Ich frage meinen Bruder, der seinen Mittagsschlaf beendet hat, doch er hat auch keines mehr. Seinen Rechner will ich nicht benutzen. Der steht im Keller und das ist mir zu dröge. Der Kleine hat Bock auf den Spielplatz. Wir holen sein Kettcar raus und für uns ein paar Fahrräder. Auf geht es zum Spielplatz, der früher einmal eine BMX Bahn war, bis diese Platz machen musste für ein Asylantenheim. Der kleine Rest der Bahn wurde in einen Kinderspielplatz umgewandelt. Ich lasse die beiden zurück und fahre mit dem Rad rum.

Ich denke, dass es Zeit ist mal wieder am Grab meiner Eltern vorbeizuschauen. Ich habe keine Ahnung wann ich das letzte Mal da war. Eines der wenigen Dinge an die ich mich erinnere ist die Textzeile “Emotional Landscape” (Björk) als ich den Friedhof betrete. Sie haben viel geändert hier. Viele  alte Bäume sind gefallen. Die freien Plätze sind begrünt worden. Es sieht fast angenehm aus. Der Weg zum Grab meiner Eltern ist wie ein alter Bekannter, den man zwar lange nicht mehr gesehen hat aber man weiß bescheid, wo die Richtigung lang geht. Zwei mal geradeaus, zwei mal links.

Guntah Grabstein Eisenach

Guntah Grabstein Eisenach

Es ist immer wiede rein Moment, in dem der Begriff Sprachlosigkeit seine volle Wirkung entfaltet. Ratlos mit viel Wut. Immer, wenn ich hier stehe, sehe ich diesen Stein als Endstationschild für meinen Lebensabschnitt in Lingen. Ich habe zwar noch einige Zeit dort gelebt. Aber das Leben in Lingen war mit der Erichtung des Steines begraben. Aus und vorbei. Ein unabänderlicher Fakt, der schon solche Mächtigkeit braucht, um es sich klarzumachen. Gerade der Moment der Beerdigung meine Mutter war ein schweres Brett. Das Bild, welches sich abspielte, war erniedrigen. Mein Vater starb am 2. Oktober und meine Mutter am 12.Oktober. Während also mein Mutter im Sterben lag, wurde mein Vater beerdigt. Während meine Mutter beerdigt wurde, war das Grab von meinem Vater noch in voller “Blüte”. Ich glaube ich werde meinen Lebentag niemals die Szene vergessen, als wir mit dem Sarg meiner Mutter um die Ecke bogen und ich das erste was ich sah, waren die Kränze und Blumen auf dem Grab meines Vater. Genau neben ihm war der Platz bereitet für die sterblichen Überreste meiner Mutter, die wir Schritt für Schritt dahinfuhren. Es herrschte ein Stille, die ich nie wieder im meinem Leben so erfunden habe, als der Sarg abgesenkt wurde. Emotionen können schwer sein. Sehr schwer.

Ich verließ den Friedhof bald. Nicht ohne am Grab meiner Oma noch ein kleines Gebet dazulassen.

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Guntah in der abgelegten Heimat Part II

Regen. Regen. Der kleine feine Nieselregen. Er dringt in dich ein – keine Pore ist sicher vor ihm. Meine Brille ist beschlagen durch ihn als ich Lingen erreiche. Die Stadt, in deren Verlaufe sich alle möglichen Könige und Fürsten darum stritten, die kleine Stadt an der Ems zu besitzen. Heute dient diese Tradition zur Rechtfertigung von Besäufnissen. Am Bahnhofsvorplatz wird gebaut, wie überall in der Stadt. Die Architektur lebt von der selben Beliebigkeit wie Einkaufszentren, die zu Duzenden in der Republik stehen. Ein Unterführung in der Nähe des Bahnhofes trägt den Namen eines bekannten deutschen Schauspieler. Obwohl dieser nie in der Stadt gelebt hat. Seine Eltern stammen von dort. Genau wie der Otto-Normal-Bürger von ihm nur die Witzfiguren kennt, weiß kaum jemand, dass er ein wirklicher Schauspieler war und nicht nur ein Darsteller einer Figur aus der unheiligen Allianz zwischen Werber-Awareness und Hochglanz-Ilustrierten Leserdenke. Egal. Ich rauche während ich auf meinem Bruder wartet. Ein paar Autos fahren vorbei. Ich erinnere mich an ein Kino – längst abgerissen. Wie so vieles hier. Der Fortschritt frisst die Geschichte mit Baggerschaufeln.

Meine Zigarette brennt als ich meinen Bruder treffe. Sein Auto parkt um die Ecke. Wenig Menschen um 22 Uhr abends zu sehen. Es ist ja schießlich Freitag. Ein kurze Umarmung. Ein Blick in die Augen. Sein Bauch ist ein wenig größer als meiner. Dafür ist meine Brillenstärke höher. Er gewinnt bei der Fußgröße und der Breite seines Kreuzes.

Wir fahren durch die Stadt in die Straße in denen ich meine ersten Alkoholexzesse auskurierte, in dene ich meine ersten Freundinnen liebte, in das Haus, im dem ich mit dem Sven C64 spielte und nie Hausaufgaben machte. In das Haus in der Straße, die nach einem Maler genannt ist. Bunt war das Treiben bei uns zu Hause. In manchen Zeiten eine Volksuniversität für Diplom Zyniker. In anderen ein trauriges Haus, dessen Tränen Fischteiche füllten.

Der Garten sieht anders aus als zu der Zeit als ich dort noch lebte und meine Eltern beim Sterben zusah.

Die Freundin meines Bruder öffnet die Tür. Sein Sohn ist nicht mehr wach. Ich werde begrüßt von Katzen.

Guntah Katze Lingen

Guntah Katze Lingen

Katzen sind spannende Wesen. Freundlich, warmherzig, kuschelig, kratzbürstig. Mal so oder mal so. Es gibt Phasen, in denen ich fest daran glaube, das Katzen der göttliche Versuch sind, um zu testen, ob solche Wesen existieren können, um im Anschluss daran Frauen zu erschaffen, die vielfach die gleichen Eigenschaften besitzen.

Wir trinken Bier und reden. Viel. Er hat sich einen neuen Fernseher gekauft. Einen dieser großen. Einen auf denen das Bild auch noch aus 50 Meter Entfernung zu erkennen ist. Ein schönes Gerät. Spielzeug liegt rum. Wir rauchen. Er ist mir immer eine Zigarrette vorraus. Ich gebe mir Mühe mitzuhalten. Morgen ist Einschulung. In meiner alten Schule, in der auch ich die ersten vier Jahre verbachte. Gleich neben dem Friedhof, wo meine Eltern begraben sind.

Ich schafe ganz ruhig. Die Kleinstadt hat keine Lautstärke. Laut ist die Großstadt. Hier rauschen die Bäume und selbst die Mücken sind hier kleiner und nicht so gemein. Ich höre zum Einschlafen ein Hörspiel im Radio. Freitagabend in der Provinz. Zum Rausgehen habe ich keine Lust. Warum auch. Mein Lebensentwurf und der von vielen die ich noch kenne und hier wohnen sind wie Parallelen. Sie treffen sich in der Unendlichkeit. Zumindest in der Theorie.

Der Junge weckt mich. Die Katzen auch. Ich dusche. Trinke Kaffee. Esse Brötchen. Wir rauchen. Wir fahren zur Kirche. Hier geht nichts ohne die Kriche. Eine andere Kirche wie in meiner neuen Heimat. Dort lebt sie vom Mangel. Hier vom Überfluss. Der Pastor ist nett. Ein Rheinländer mit einem ebensolchen Gemüt. Er macht Witze. Ich denke an Willy Millowitsch. Das I-Männchen will vorne in der Kirche sitzen. Der Platz der Pharisäer. Das kennt er nicht. Mir ist das Platznehmen auf dem Präsentierteller unangenehm.

Die Einschulungsmesse ist lustig. Es wird gesungen und gelacht und verabschiedet. Draußen rauchen wir und gehen zur Schule. Meine alte Schule. Meine Erinnerung an den Pausenraum ist größer als die Wirklichkeit. Ich mache Photos von den Kindern, die erneut singen. Die Einschulung hat die Provinz erreicht. Der Beleg dafür ist der Aufruf der Kinder, deren Nachnamen auf eine weite Reise der Eltern deuten.

Im Anschluss gehen wir essen. Beim Griechen. Ganze Schweine landen auf meinem Teller. Ich brauchen den ganze Tag nichts mehr zu essen.

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Guntah in der abgelegten Heimat – Part I

“Reisen in den Süden sind immer Reisen in die Vergangenheit.” Wie wahr dieser Satz aus der Feder von Max Frisch ist, hat sich letztes Wochenende bei meiner Reise nach Lingen (Ems), meiner abgelegten Heimatstadt, gezeigt. Da ich “ausm” Emsland komme und nach Hamburg gezogen bin, ist eine Reise dorthin natürlich eine Reise in den Süden und damit in die Vergangenheit und gerade meine lingener Vergangenheit hat allen Grund gegeben dort wegzugehen. Da das Emsland vom verkehrstechnischen Angebundensein immer noch irgendwo in den 70er Jahren rumeiert, dauert die Fahrt mit dem Niedersachsen Ticket für Singles und Alleinreisende locker, flockige 5 Stunden. Das ist super und für Menschen, die gerne Zug fahren eine ideale Möglichkeit viele grüne Bäume, Felder und Wiesen zu sehen.

Meine Fahrt ging in Hamburg am HBF los und sollte in erster, und leider nicht direkter Linie, nach Bremen gehen. Auf geht es also. Da ich durch tagtägliches Reisen in Nahverkehrszügen bzw. S-Bahnen an Schweiß, Gestank und Flitzpiepen gewöhnt bin, machte es mir nichts aus in den vollbesetzten Zug zu steigen. Tuff Tuff Tuff und schon war ich auf dem Weg nach Lingen.

Guntah Zugfahrt Lingen

Guntah Zugfahrt Lingen

Die erste erwähneswerte Stadt war Bremen. Dort hatte ich eine Wartezeit, die ich dafür nutze beim Chinamann etwas mit Reis, Hühnerfleisch und Gemüse zu kaufen. Außerdem war noch Geld für zwei Bier in der Spesenkasse. Als ich dann meinen Bahnsteig für den Zug nach Osnabrück gefunden hatte, fielen mir zwei Dinge auf. Zu einem ist der Bahnhof Bremen eine nette Baustelle und für einen kurzen Moment glaubte ich die Typen von den Village People zu erkennen, die auf einem anderen Bahnsteig ein neues Video drehen. Außerdem scheint die Haupteinnahmequelle von Harzt IV-Empfängern, Flaschenpfandsammeln, in Bremen am Bahnhof nicht praktiziert zu werden. Wie erklärt man sich sonst dieses Bild:

Guntah Bremen HBF Flaschenpfand

Guntah Bremen HBF Flaschenpfand

Kann natürlich auch sein, dass der Wachschutz im Bahnhof jeden und alles abfängt, der nach Flaschenpfandsammler aussieht. Nun denn es ging irgendwann weiter in Richtigung Osnabrück. Ja. Warum auch nicht. Schließlich liegt Osnabrück auch südlicher als Lingen. Tststst. Deutsche Bahn.

Eine Gedanken zur Fahrt aus meinem Notizbuch dazu:

Die Kennzeichen der Provinz sind einig und allein die unterschiedlichen Städte-, Dorf- und Gemeindename. Ansonsten ist es überall gleich. Die Summe aller Provinzialität ergibt sich aus Schützenfesten, Dorfdissen, schlechten Schnakkern und Einfamilienhäusern, die sich im Regelfall bei Schwiegereltern im Garten befinden.

Ich trank also mein Bier. Schaute aus dem Fenster. Fühlte mich merkwürdig. Gedankenverloren auf den Weg gebracht. Wenn ich mir nicht Gedanken wie jene oben machte, las ich ein gutes Buch. Harry Mulisch “Das Attentat”. Das kann ich empfehlen, die Reise nicht. Als ich dann ich Osnabrück war, musste ich feststellen, dass sowohl meine Zigaretten alle waren als auch mein Bier. Der super preiswerte Imbiss im Osnabrücker Bahnhof empfahl mir ein Bierchen für den schlappen Preis von zwei Euro. Eines habe ich dann dort gekauft und ein zweites unten am Bahnsteig. Dort kostet der halbe Liter in der Dose 1,80 Euro. Folglich rate ich dir Reisender: Kaufe dein Bier am Bahnsteig in Osnabrück. Von dort ging die Reise weiter nach Rheine. Ein malerisches Städtchen in NRW. Wie ungefähr 1.000.000 andere Städchen in Deutschland. Nachdem ich ein wenig weiter den Roman von Mulisch gelesen hatte, machte ich mir folgende Gedanken:

Lebensentwürfe wie Reihenhaussiedlungen. Gegend wie aus “Per Anhalter durch die Galaxis”. Preise werden dafür nicht vergeben. Realitäten, die ihre Entsprechung in Filmen wie “Fear Loathing Las Vegas” finden, allerdings ohne Ausbruchsversuche. Nur Abstoßungsreaktionen von Menschen, die den sanduhrgesteuerten Lebensentwurf nicht mehr ertragen können.

Überraschender Weise kam ich dann in Rheine an und wartet dort auf den Anschlusszug nach Lingen. Der auch irgendwann einfuhr. Kurz über Salzbergen und Leschede führte der Weg nach Lingen. Vorbei am Atomkraftwerk und hinein in den Bahnhof Lingen Gleis 1. Es regnete.

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