Die Axel Springer AG ist mit 49 % an der Lübecker Nachrichten GmbH und mit 50% an der Ostsee Zeitung GmbH & Co. KG beteiligt. Jetzt will der Geschäftsführer Thomas Ehlers beide Verlage fusionieren. Dies konnte man bei der Springer Zeitung “Hamburger Abendblatt” lesen. Es sollen bis 2013 200 Stellen abgebaut werden.
Ein wenig ausführlicher ist der Bericht auf MVregio.de.
Den bisherigen Planungen zufolge sollen dann zehn bis zwölf OZ-Redakteure in Lübeck arbeiten.
Obgleich dieser wirtschaftliche Prozess als Fusion bezeichnet wird, werden wohl neue GmbHs entstehen, die zum einen die Redakteure in eine “Redakteurs-GmbH” unterbringt und zum zweiten eine “Verlags-GmbH”, die die festen Werte (Rechner, Kaffeemaschinen usw.) und die übrigen Mitarbeiter beherbergen soll.
Der Betriebsrat der OZ wird in dem Artikel mit den Worten
Der OZ-Betriebsrat stellt sich nicht gegen die Fusion. Es seien die Rahmenbedingungen, die Probleme bereiten, heißt es. So sollen alle Redakteure in einer “Redaktions-GmbH” zusammengefasst werden, die anderen Mitarbeiter sowie die festen Werte kommen in eine “Verlags-GmbH”. Es gebe dafür aber nur nebulöse Andeutungen. “Wir wollen Garantien”, fordert Betriebsratschef Robert Haberer. Der Mantel sei das Herzstück einer Zeitung. Für ihn wäre eine faire Alternative, wenn in Rostock die Seite 3 für die LN und in Lübeck das Vermischte für die OZ produziert werde. “Das spart Kosten für Umbauten und Umzüge und sichert beide Standorte”, begründet Haberer. Der Stellenabbau müsse nicht sein. Haberer befürchtet, dass nach der Stellenreduktion schlicht die Kapazitäten nicht mehr da sind, um auf regionale Besonderheiten Rücksicht zu nehmen. Der Verlust an Vielfalt sei kalkuliert.
Es ist schon erstaunlich, dass in dem Artikel des Hamburger Abendblatts der Betriebsrat nicht zu Wort kommt und nur Thomas Ehlers.
Es seien keine betriebsbedingten Kündigungen geplant, bestehende Regelungen zur Altersteilzeit würden angewendet. Freiwerdende Redakteurskapazitäten sollen genutzt werden, die regionalen Kompetenzen zu stärken.
Lapidar heißt es im Abendblatt.
Teile der Rostocker Belegschaft hegen Bedenken zu den Fusionsplänen.
Da hat man also wieder einmal die zwei Seiten einer Meldung.
(Quellen:
Hamburger Abendblatt: Fusion Norddeutscher Zeitungen
MVregio: “Deutschlands spannendstes Zeitungsprojekt” – Bedenken in Rostock )
Ergänzung: Die Gewerkschaft Ver.di hat wegen dieser Problematik eine Seite eingerichtet.

